Den Film kannte ich schon. Er wurde in meiner Ausbildung gezeigt, obwohl Filme und Loks zu der Zeit schon bunt waren.
Das Erden einer Lok beginnt schon bevor Leute aufs Dach steigen - übrigens auch Dieselloks müssen geerdet werden. Da es gefährliche Restspannungen in den Bauteilen geben kann, gibt es solche Schlüsselkonzepte auch auf den Loks um diese Aggregate zu entladen und zu erden. Die Jungs im Film müssten heute den letzten Schlüssel VOR ihrer Tätigkeit entgegen nehmen.
Das Erden gehört mit zu den wichtigsten BR-Ausbildungsinhalten und das ist auch gut so. Ernsthaft gebraucht habe ich es erst ein Mal seit 2019, als ich meine Ausbildung beendete. Ich nutze dabei stets die Anleitung, obwohl es einfach und selbsterklärend ist, aber ich bin keine Katze und habe nur das eine Leben. Man ist schnell mal abgelenkt oder bringt die BR durcheinander, falls man diese häufig wechselt. Jeder Hersteller macht da sein eigenes Ding und jede Lok anders. Ich hänge mal zwei Kurzanleitungen an, damit der gemeine Laie sich es besser vorstellen kann.
Hier mal die BR 189 von Siemens, welche ich sehr gerne fahre und bediene. Sie ist unkompliziert, aufgeräumt, einfach zu handhaben und hat Kraft. Erden mit vier Schlüsseln:

Das Gegenstück zur 189 ist die BR 2019-Euro9000 von Stadler. Sie ist kompliziert, unaufgeräumt weil unlogische Anordnung von Bedieneinheiten, schwerer zu handhaben, störanfällig, hat ebenfalls Kraft (auf trockener Schiene) und natürlich zwei zusätzliche Diesel an Bord. Erden mit elf Schlüsseln:

Das Zurückrüsten findet in genau umgekehrter Reihenfolge statt. Der Vorarbeiter im Film würde mir, dem Tf, den letzten Schlüssel nach Beendigung der Arbeiten aushändigen und ich kann dann das Moped wieder unter Spannung setzen.