Sehr geehrter Herr Steiner,
ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Ich dachte dass ich ausgedrückt hätte, dass ich akzeptiere, dass fiktive Modelle angeboten werden. Und ich gönne jedem Käufer seine Freude daran.
Auch bemühe ich mich immer um präzise Formulierungen und überlege, was ich schreibe. Daher überrascht mich Ihr Widerspruch zu meiner Aussage.
Ich beziehe mich auf Ihren Katalog "Neuheiten 2026", den ich in Gießen mitgenommen habe. Darin sind 32 Varianten des Kds enthalten, die nicht mit einem Sternchen gekennzeichnet sind (B-6701 bis B-6734 ohne 6706 und 6715). Dazu kommen 38 Sternchen-Varianten (B-6735 bis B-6772), wobei bis auf B-6735 alle Varianten mit drei verschiedenen Betriebsnummern angeboten werden. Das mchst dann also 32+1+3*37=144 verschiedene Modelle.
Im EK-Güterwagen-Lexikon von G. Wolff lese ich, dass es bei der DB 40 Stück des Ucs 612 gab, von denen 37 an VTG bzw. EVA verkauft wurden (1967). Die restlichen 3 seien 1970 verkauft worden. Es ist also ein eher exotischer Wagentyp. Ich verfüge nicht über weitere Quellen (z.B. Lieferlisten der Hersteller), aber ich habe den Eindruck, dass in diesem Fall alle Sternchen-Varianten fiktiv sind (mindestens).
Bei den Glmhs 50 ist die Variantenvielfalt noch größer. Sie schreiben 175 Varianten. Hier mag es sein, dass es Variationen von Dach, Wänden und Farbe der Lüfterabdeckungen gab, die sich nicht durch Fotos belegen lassen. Aber zumindest die Varianten der Epochen I, II und "Brit. US Zone" sind ja wohl definitiv fiktiv.
Als Spur1er ist man in den letzten 10-15 Jahren ja schon verwöhnt worden. Wenn es alle Modelle in so vielen Beschriftungsvarianten gibt, dann will man keine zwei Wagen mit der gleichen Nummer haben. So geht es mir eigentlich auch, aber ich musste auch schon Ausnahmen machen, da es von manchen Modellen nicht genug Nummern gibt, wie man im Zug haben will (z.B. Silberlinge der 2. Klasse). Und bei den Triebfahrzeugen will man heutzutage nur noch Modelle, die im eigenen Heimat-BW stationiert sind. Da mache ich aber auch Kompromisse und sage mir, das sehe ich sowieso aus einem Meter Entfernung nicht mehr.
Ich begrüße es ausdrücklich, dass Modelle auch in Kunststoff-Bauweise angeboten werden. Eine Variantenvielfalt ist auch zu begrüßen. Aber ich selbst beschränke mich bei den Modellen die ich kaufe sehr stark. Das heißt sie müssen in der von mir gewählten Zeit (1980er Jahre) in meiner Region gefahren sein. Das schließt dann auch ausländische EUROP bzw. RIV/RIC-Wagen mit ein. Aber fiktive Wagen möchte ich nicht haben.
Viele Grüße
Dietmar Schall