Im Grunde ist alles bereits (vorher) gesagt worden. Es gibt und gab die Fachleute für die fahrende Bahn und jene in der Finanzplanung und ein paar mit der Macht und Kontakten. Das Problem bei Privatisierungen ist IMMER (!), dass die Hierarchie von oben nach unten geht bei grossen Projekten. Die Experten in der Sache müssen/sollen dann ihre Planung und Ausführung anpassen, es iwie möglich machen.
Nur lassen sich Naturgesetze nicht anpassen. In ein Glas mit 0,2 l Fassungsvermögen passen eben nur 200 ml Wasser oder Bier oder Milch oder Pipi. Da kann man begutachten, dass bei umsichtiger Befüllung, unter Beachtung der Oberflächenspannung, auch 205 ml machbar sind, aber das Glas ist dadurch nicht grösser geworden.
Und genauso ist es mit S21 - weniger Gleise sind weniger. Wenn nun satt der 16 Gleise im Kopf-Bf nur 12 Gleise im Tief-Bf gebaut würden, könnte man unter optimalen Bedingungen, durch das Nichtköpfen die Kapazität halten. Mit der Hälfte von 8 Gleisen ist das nicht möglich - ausser vielleicht in 50 Jahren bei einem vollautonomen Betrieb ohne Fahrgäste.
Es hätte ja auch nix dagegen gesprochen, einen etwas weniger prestigeträchtigen Tief-Bf zu bauen und den Kopf-Bf zu verkleinern, auf z.B. auch nur 8 Gleise. In diesem Zuge hätte man ihn saniert und zwar nicht nur die Promenade, sondern vor allem die Gleisanlagen, so dass Ein- und Ausfahrten zügiger und störungsfreier funzen.
Nachteil, und hier schliesst sich der Kreis, damit hätte man sich als Mann (gab es auch Frauen?) der Führung in Vorstand und Politik, kein Denkmal setzen können und Bilanzen durch Grundstücksverkauf schönen können.
Was neben dem verkehrlichen Desaster noch hinzukommt, ist die bauliche Besonderheit. Zum Brandschutz wurden tausende Seiten geschrieben und die Baustelle schon zig Male angepasst. Bzgl. Wassereinbruch gibt es ebenfalls etliche Schutzmassnahmen, denn der ganze Wumms liegt in einem Tal im Keller. Ich weiss, das geht in Richtung Verschwörung, aber persönlich denke ich nicht, dass man diese beiden Aspekte besser, optimaler, finanziellen Aspekten übergestellt hat. Es ist eine Frage der Zeit bis es dort zur Katastrophe kommt - mit Ansage.
Ich fahre da ja häufig rum mit meinen Zügen und ja, es wird oberirdisch besser - nicht gut, aber besser. Das ist die halbe Miete, dass es "oben rum" gut klappt. Wenn in S21 im 2,5 Minutentakt die Züge ein-und ausfahren ist das ja toll, nutzt aber nix, wenn sie oben 5 Minuten vor dem ESig stehen oder ich mit meinem schnuckeligen 4.000-Tonner dem Express meine Schlussscheiben zeige.
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Noch was zum Thread-Thema:
Ich sehe und erlebe ja nun täglich Deutschlands Bahnhöfe und es gibt die, die ich als Fahrgast (bei Gastfahrten) schätze oder hasse (hier gehört S21 eindeutig zu den Schlusslichter wegen des Wanderwegs, dem Dreck und Lärm) und jene die ich als Lokführer mehr oder weniger mag.
Festzuhalten ist, dass sich wirklich viel tut und auch in einem schnellen Tempo. Das erkennt man nur nicht so zügig. Denn obwohl wir nur einen Bruchteil des Geldes unserer Nachbarn in diese Infrastruktur stecken, so haben wir eben auch ein Vielfaches an Bahnhöfen, Gleisen, Signalen usw.. Die Vergleiche mit anderen Ländern hinken immer ein wenig, da wir eben auch das grösste Schienennetz haben. Zehn Bahnhöfe zu sanieren kosten mehr Zeit und Geld als drei. Dass wir durch die Privatisierung über Jahrzehnte versäumt haben am Ball zu bleiben, kann als Argument ja nur 1x angeführt werden und nicht bei jedem Aspekt erneut.
Wenn ich mir z.B. Duisburg anschaue, der von einem Lostplace zu einem echten Schmuckstück heranwächst - Hut ab. Dass Gleis 12 und 13 schon wieder zugemüllt sind mit Kippen und Kaugummis, der Bahnsteig beschmiert ist, hat nichts mit der Bahn zu tun, sondern mit einem Assi-Volk. Will man dieses Pack ändern/erziehen, dann müssen Gesetze geändert werden: Kontrolle, Strafe, höhere Strafe, Hausverbot mit Vorstrafe. Wenn eine weggeschnippste Kippe schon beim 1. Mal 60,- € kostet, mit Aufnahme der Personalien (Bussgeld), lägen da weniger - versprochen. Graffiti ist Sachbeschädigung, auch wenn ein paar hübsch sind und künstlerisch wertvoll. Ich befürworte Alkohohl-, Drogen- und Waffenverbot in der Öffentlichkeit (überall). An ausgewiesenen Orten, wie einem Grillplatz, Festival, Oktoberfest, etc. kann es Ausnahmen geben.
Und auch kleine Haltepunkte werden sukzessiv verschönert, barrierefrei umgestaltet und verkehrlich optimiert. Dass nicht überall ein Infoschalter ist wie 1965, ist unschön, aber inzwischen mit entsprechenden Sprechsäulen kein Manko mehr. Darf der Ultra halt nur nicht kaputtwixen die Säule.
Lange Rede: Es tut sich viel und es wird wirklich besser, dauert halt und könnte schneller gehen. Wenn nicht ⅔ der Wahlberechtigten ihr Kreuz bei korrupten und inkompetenten "Spassvögeln" und Autolobbyarschkriechern machen würden, ginge es sehr viel schneller. Wer aber lieber sechs Fahrspuren hat, statt ein drittes Gleis, darf gerne die Klappe halten.