Loks schieben, besteht Gefahr für den Decoder?

  • Moin,

    ich habe mal eine Frage.

    Wie verhält es sich, wenn man Loks mit Freilaufgetriebe schiebt, beziehungsweise zieht? In dem Moment, in dem die Lok bewegt wird, verhält sich der Motor wie ein Dynamo und erzeugt Strom. Kann dadurch der Decoder beschädigt werden? Hat jemand damit Erfahrung oder weiß etwas genaueres?

    Gruß Dirk

    Viele Grüße vom Luftkurort Breckerfeld!

  • Hallo,

    hab ja die KM1 183 mit absolutem Freilauf, wenn ich die mit Zug im Gefälle anhalte, bremst der Motor bis fast zum Stillstand runter. Bei erreichen der Fahrstufe 0 rast die Lok dann los wie ein Wagen, eine Generatorwirkung des Motors ist überhaupt nicht zu erkennen, so dass auch keine Decodergefährdung entsten kann
    Auch meine auf Freilaufgetriebe umgebaute Märklin-01 verhält sich so. Deren 5er-Decoder mit Motorbremse bremst zwar besser aber bei Fahrstufe 0 rollt auch sie im Gefälle langsam weiter.
    Beim bergauf anhalten mit Zug rollen bzw. rasen bei Fahrstufe 0 beide wieder in gleicher Weise zurück! Die digitale Motorbremse der ESU-Decoder hat leider nur geringe Haltekraft. Deshalb finde ich selbsthemmende Getriebe wichtig, denn der "Vorteil" des Freilaufs ist doch für den Fahrbetrieb völlig unerheblich. Wenn ich eine Lok mit der Rangierlok aus dem Schuppen ziehen will, fahre ich einfach mit beiden, die "gezogene" eben ohne Sound und Rauch.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited 2 times, last by Michael Staiger (September 23, 2026 at 11:36 AM).

  • Was hat das mit dem Thema zu tun?

    Das hat deswegen mit dem Thema zu tun, weil hier offenbar Begriffe verwechselt werden.

    Ein echtes Freilaufgetriebe erlaubt freien Lauf der Räder ohne das Getriebe - und damit auch den Motor - mitzunehmen. Daher kann der Motor gar nicht wie ein Generator wirken. Das wird durch ein mechanisches Element bei Stillstand der Räder ermöglicht. Wird die stillstehende Lok von Hand oder durch die Schwerkraft auf einem Gefälle geschoben koppelt das Getriebe aus, wird es vom Motor - also vom anderen Ende des Getriebes - bewegt koppelt es ein.

    Das ist etwas anderes als ein nicht selbsthemmendes Getriebe, bei dem der Motor mitgedreht wird, wenn die Lok geschoben wird.

    Gruß,
    -karsten

  • Der Faulhaber-Motor oder besser gesagt Käfigläufer-Motor hat kein selbsthemmendes Magnetfeld . Schnellläufer .

    Der als Käfig - topfförmig gewickelte Läufer dreht sich um den innen feststehenden Magnetkern . Erst wenn der rotierende Käfig mit Strom beaufschlag wird beginnt er sich zu drehen. Stromlos , dreht er sich vollkommen frei ohne Brems.-und Antriebskräfte . Damit bekommt man in der Regel bereits bei einer 1 gängigen Schnecke einen Freilauf und kann die Lok schieben .

    Der normale Rotations-Motor arbeitet nach dem umgekehrten Prinzip. Langsamläufer . Die Magnetfelder liegen außen rum verteilt . Je nach Motorbauart 2 oder mehrere . Der Rotor mit den Magnetwicklungen dreht sich in der Mitte und springt je nach Anzahl der Wicklungen von einem Magnetfeld in das andere . Das ergibt bereits eine Bremswirkung sozusagen im Stand . Einen teilweisen Freilauf bekommt man damit erst ab 4 gängigen Schnecken . Das macht dann wieder die Getriebebauart teurer .

    Günter, Großhettstedt, Ilmtal

  • Sorry Günter, aber das ist, sehr vorsichtig ausgedrückt, nicht korrekt.

    Der Käfigläufer ist der typische Drehstrom Asynchronmotor. https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzschlussl%C3%A4ufer

    Die typischen Faulhaber, und z.B. auch Maxon, sind eisenlose Glockenanker Motoren mit Kollektor und Bürsten.

    Der "normale" Bürstenmotor hat Blech im Anker, das ist ferromagnetisch und sorgt für das Rastmoment und somit auch eine Selbsthemmung im stromlosen Zustand.

    Gruß
    Achim

  • Hallo,

    also für mich ist die aufgeworfene Frage mit Beitrag #3 nicht zufriedenstellend beantwortet worden. Dass der Dekoder die EMK für die Lastregelung misst, hat mit der Frage nichts zu tun. Michael beschreibt ja, dass der Dekoder bremsen kann (dann fließt ein Strom). In Fahrstufe 0 (der Dekoder steuert den Motor nicht mehr an), rollt die Lok los. Das bedeutet, dass kein Strom mehr fließt. Aber die Spannung (EMK) ist trotzdem noch da.

    Und das war doch genau die Frage: Kann diese Spannung den Dekoder beschädigen? Ohne genau zu wissen, für welche Spannung die Bauteile des Dekoders ausgelegt sind, ist das schwierig zu beantworten. Man kann aber davon ausgehen, dass nichts passiert, solange man die Lok langsamer schiebt, als sie normalerweise fahren würde (Höchstgeschwindigkeit).

    Wenn ein Zug aber im Gefälle losrollt (wie von Michael beschrieben), dann könnte es schon kritischer werden. Die Frage ist dann allerdings, ob in diesem Fall die Beschädigung des Dekoders das größte Risiko ist.

    Viele Grüße

    Dietmar

  • Hallo Dietmar,

    diese Frage kann Dir ESU sicherlich am eindeutigsten beantworten?
    Selber hab ich keine Reaktionen meiner Loks (z. B. aufleuchten abgeschalteter LEDs) bei Talfahrten bemerkt. Meine Rampen sind knapp 10m lang und die frei laufenden Loks lass ich mit hoher Geschwindigkeit runterfahren da langsameres fahren zu unschönem Längsschaukeln führt wobei dann gern mal entkuppelt wird.
    Frei rollende Loks hat man im Gefälle einfach "nicht im Griff", anhalten geht schon gar nicht.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael