Lichterführung bei Vorspann

  • Moin,

    auf Seite 88/169 und 89/169 ist es eindeutig beschrieben:

    Eisenbahn-Signalordnung (ESO 1959) (Arbeitsversion) (Stand: 10.02.2026)

    Viele Grüße v Thomas

    Eben nicht.

    Es wird nur das führende Fahrzeug (dazu zählt auch eine Mehrfachtraktion) und der Schiebebetrieb beschrieben.

    Die echte Vorspann-Situation (also mit je einem separat von einem eigenen Tf gesteuerten Zugfahrzeug) bzw. deren Signalisierung, wird hier mit keinem Wort erwähnt.

    Deshalb ist die Frage hier berechtigt.

    Es sollte allerdings unbedingt noch ergänzt werden, zu welcher Epoche die Frage gestellt wurde. Das geht aus der Frage nämlich nicht eindeutig hervor.

    Gruß basti

  • Aus meiner langjährigen Praxis kenne ich das so: bei Vorspann hat die führende Lok A Beleuchtung und sonst nichts weiter, die Zuglok ist dunkel. Wieso soll da auch was leuchten?
    Bei Schiebeloks gibt’s einen Unterschied: ungekuppelter Schiebebetrieb (z.B.Geislinger Steige) hat Schiebelok das Spitzensignal A leuchten, da sie sich vom fahrenden Zug absetzt. Bei gekuppelter Schiebe Lok leuchtet nur der Schluss. Beim ungekuppeltem Schieben leuchtet am Zug der Schluss weiter, beim gekuppelten Schieben wird der Schluss des Wagenzuges ausgeschaltet bzw.abgenommen.

    Gruß Hartmut

  • Hallo zusammen,

    wie ist bitte die Lichterführung bei 2 Loks im Vorspannbetrieb ?
    Beide führen das A Spitzensignal, die hintere bei Lz Fahrt ohne Zug das Schlußsignal - soweit klar.
    Aber welches Licht oder keines führt die vordere Lok hinten ?

    Hallo Horst,

    bis zur Ep. V musste bei Tage kein Spitzenlicht eingeschaltet eingeschaltet sein. Bei Leerlok-Fahrt, egal ob eine oder zwei, drei, viele oder Zügen bis 250m Länge


    genügte der vereinfachte Zugschluss


    hier am Schlussscheibenhalter eines Hülsenpuffers eingehängt


    bei den alten Stangen- oder Korbpuffern natürlich direkt über die Stange


    ist kein Schlussscheibenhalter vorhanden hängt man die Scheibe in den Zughaken

    Bei Nacht verwendete man vorne, nur an der ersten Lok die Spitzenlichter, ab Ep. IIIb das Dreispitzenlicht. Bei Lokleerfahrten oder Zügen bis 250m Länge eine einzelne, rote Laterne

    In der Ep. II (bis 1955) waren die Zuglängen kürzer

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo zusammen,

    danke für Euere Hinweise.
    Konkret bezieht sich meine Frage auf die "langen Heinriche" zwischen Rheine und Emden gegen Ende der Dampfzeit mit 2 Dampfern. hatte ich nicht genau genug spezifiziert.
    Ich meine irgendwie mitbekommen zu haben daß die Vorspannlok am Tender 2x weiß hatte, kann mich aber auch täuschen.
    Deshalb meine Frage.

    Grüße
    Horst

  • Hallo,

    es gilt die für die jeweilige Epoche zutreffende Signalordnung:

    Die Zugspitze trägt immer das vorgeschriebene Spitzensignal (der Fragesteller geht von Dreilicht-Spitzensignal aus; gültig ab September 1957 mit dreijähriger Übergangsfrist). Bei Vorspann oder Doppeltraktion sonst keine weitere Beleuchtung an beiden Tfz.
    Dies betrifft Fahrten bei Tageslicht verpflichtend erst ab 10.12.2006 (vorher gab es breits einzelne Anweisungen dazu).

    Der Zugschluss zeigt in der Regel zwei Tafeln bzw. zwei rote Lichter in gleicher Höhe. Dabei darf (nicht muss) unter gewissen Bedingungen (wie sie in der jeweils gültigen Signalordung steht) das vereinfachte Schlusssignal verwendet werden.

    Die Sonderregelungen für Schiebebetrieb sind in Beitrag #7 genannt.

    Grüße

    PS: Der "lange Heinrich" brauchte tagsüber bei guter Sicht gar kein Spitzensignal.

    Edited once, last by Reischä (September 16, 2026 at 12:51 PM).

  • Hallo Einser,

    Spitzenlichter bei Tag ein galt für div. Strecken bzw. grundsätzlich in Tunneln, die auf Modellbahn-Anlagen häufig vorkommen. So sind sie eingeschaltet bei Tag durchaus vorbildgetreu.


    "Meine Lokmannschaften" vergessen gerne auch die Triebwerksbeleuchtung auszuschalten, was mit durchaus gefällt ;)


    Anfahrlichter hab ich so programmiert dass sie zusammen mit der Funktion "schwere Last" (längere Beschleunigung, angestrengterer Sound) einige Meter leuchten und dann selbständig ausschalten. Ähnliches auch bei der Führerstandsbeleuchtung, die schaltet sich nur im Stillstand nach mehreren Sekunden ein und erst nach dem Anfahren nach mehreren Sekunden aus.

    Bild: Eisenbahnstiftung
    70135.jpg
    Dauerhaft Licht im Maschinenraum hatten nur die E03/103, das war einst so bei der DB vorgegeben, wurde aber sicherlich gern vergessen.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael