Warum denke ich dass Dampflokomotiven auf Fotos immer voll mit Kohle sind ?

  • an die Experten der schwarzen Zunft...,

    ich freue mich eigentlich über jedes Foto, was hier im Forum zum Besten gegeben wird. selbst auch immer hin und her gerissen zwischen Neuzeit und der guten alten Zeit, wo man selbst noch etwas jünger war.. zur Sache, warum bilde ich mir ein, dass ich immer nur die Kohleladungsmengen als gerade vollgeladen empfinde ?

    wer zeigt mir mal bitte, wie Dampflokomotiven vom Füllgrad Ihrer Tender (oder wie schreibt man in diesem Fall?) aussehen vor NEUBEKOHLUNG. fuhr man auch mal auf den Rest ?

    und und und.

    danke im Voraus, für Aufklärung und oder Relativierung, denn letztendlich habe ich mich gefragt, ob Modellbahn Dampflokomotiven Hersteller als weitere MATRIX Erweiterung für Ihre Modelle nicht modulare Kohlenein- oder Aufsätze bekommen könnten.

    Fragt Mike

  • Hallo Mike,

    Das Problem bei den Dampfloks im Modell ist, daß im Schlepptender auch mit die Elektronik und der Lautsprecher für den Sound untergebracht ist. Dafür braucht es ein wenig Platz. Im Modell ist der Kohlebunker nur flach maximal vielleicht 1cm tief dargestellt. Deswegen der gut gefüllte Kohlebunker. Es ist also ein Kompromis gegenüber dem Vorbild mal keine halb leere Kohletender nachbilden zu können.

    Gruß Mario

  • Märklin stellt Lokomotiven her (https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/39008), bei denen die Kohlemenge während der Fahrt abnimmt (DCC-gesteuert). Ich weiß nicht, ob sie auch Modelle anbieten, bei denen zusätzlich Wasser verbraucht wird.

    Bei meiner japanischen Spur-1-Dampflokomotive werden Kohle und Wasser während der Fahrt tatsächlich verbraucht.

    Coal fired Gauge 1 Japanese C62.wmv
    Here is an ASTER kit built Japanese C62 4-6-4 running in the garden. This one is live steam coal-fired and was bought as a kit more than 30 years ago via Ful...
    youtu.be

    Gruss

    Fred

  • Selten waren die Tender richtig leer. Die Kohlevorräte reichten immer deutlich weiter als die Wasservorräte, welche zwischendurch (nach spätestens 250km) ergänzt werden mussten.

    Gruß

    Klaus

    Klaus Lübbe
    Berufsschullehrer i.R. und Modellbahner in 1zu32 und 1zu160

    Ein Leben ohne Spur 1 wäre möglich, aber Sinnlos
    (frei nach Loriot)

  • Märklin stellt Lokomotiven her (https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/39008), bei denen die Kohlemenge während der Fahrt abnimmt (DCC-gesteuert). Ich weiß nicht, ob sie auch Modelle anbieten, bei denen zusätzlich Wasser verbraucht werden.


    Gruss

    Fred

    Hallo Fred,

    Wie kommst Du auf DCC-gesteuert? Dieses Modell war nicht über DCC steuerbar. Diese Funktion des Kohleverbrauchs ist im mfx+ Betrieb nutzbar. Dann wird auch Wasser beim Fahren verbraucht. Werden die Betriebsstoffe nicht nachgefüllt, fährt die Lok nur noch im Notprogramm. Leider gibt es den mfx+ Modus nicht für Spur 1.

    Gruß

    Frank

  • Hallo Fred,

    Wie kommst Du auf DCC-gesteuert? Dieses Modell war nicht über DCC steuerbar. Diese Funktion des Kohleverbrauchs ist im mfx+ Betrieb nutzbar. Dann wird auch Wasser beim Fahren verbraucht. Werden die Betriebsstoffe nicht nachgefüllt, fährt die Lok nur noch im Notprogramm. Leider gibt es den mfx+ Modus nicht für Spur 1.

    Gruß

    Frank

    Hallo Frank,

    Du nennst dich „Oldboy“, aber ich bin eigentlich ein „Oldboy“. Für mich ist DCC und MFX alles dasselbe, und ich werde es nie lernen. Aber ich kenne mich ein wenig mit Lokomotiven mit Uhrwerk aus.

    Gruss

    Fred

  • Hallo,

    OK, beides sind Digitalsysteme. Dann endet die Gemeinsamkeit.

    In der Anfangszeit der Digitaltechnik gab es quasi einen "Formatkrieg" in dem damals viele meist herstellereigenen Digitalformate mehr und mehr wieder eingestellt wurden weil die Marktdurchdringung zu gering war. Letztlich haben ernsthaft nur DCC und Märklin "überlebt" obwohl die jeweilige "Urform" wirklich keine Brüller waren.

    OK, als Nische gibt es noch Selectrix da die Decoder sehr klein sind und ideal für N und Z geeignet sind. Alles andere (jede Menge...) hats gerissen...

    Was nichts daran ändert das es noch immer einen Bussystem-Krieg gibt der längst nicht entschieden ist. Also auch mit "richtigen Decodern" kann man noch immer "falsche Rückmelder" ... Lassen wir die Zukunft entscheiden.

    Peter

  • Hallo Mike,

    die Dampfloks sind so konstruiert, dass der Kohlevorrat eine Schicht halten sollte oder auch einen Zuglauf bei Schnellzügen. Wasser konnte früher an jedem Bahnhof nachgebunkert werden und sollte auch bei jeden Halt erfolgen. Keine Kohle ist nicht so schlimm wie kein Wasser. Einmal hab ich nach Kohle gerufen, als die Schicht mal länger war als geplant... Am Ende bin ich dann doch noch mit dem letzten Krümel ins BW gekommen.

    Gruß

    MiBa

  • Hallo,

    eine größere Dampflok braucht höchstens 2t Kohle auf 100km - im Durchschnitt! Der vielfach verwendete Einheitstender T34 war für 12t Kohle eingerichtet. Selbst auf Langläufen mit 500km sollte die Kohle reichen, sofern Heizer und Lok in "gesundem" Zustand waren ;) Bei solchen Langläufen war auch eher die Verschlackung des Rost ein Problem, den zugebackene Roststäbe verhindern ausreichende Feueranfachung was dann zu Dampfmangel führt.
    Kohle fassen war natürlich in jedem Bw möglich, so dass Kohlemangel eher nicht vorkam. Hab mal div Bilder nach relativ leeren Tendern gesucht aber nichts gefunden. Es war auch eher so dass sich in Tendern "hinten unten" alte, ausgegaste Kohle ansammelte die im Fall des Falles nicht mehr weit gereicht hätte.

    Ein fast leerer Tender wäre im Modell eher unglaubwürdig, denn selbst beim Rangieren wollte man sicherlich nicht ungeplant ins Bw zum Kohle fassen einrücken - vor allem wenn man in dieser Zeit stattdessen eine Kantine besuchen könnte ;)

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Weil immer nur volle Tender langweilig sind, habe ich meine KISS Altbau 01 eine Kohlenrutsche verpasst.

    Dazu zwei Wechseleinsätze, voll und etwas verbraucht.


    Das funktioniert nur wenn der Lautsprecher nicht über das erste Drehgestell sitzt.
    Das braucht man nur bei der Konstruktion berücksichtigen und schon ist ein vollständiger Kohlenkasten möglich.


    Schönen Gruß,

    Alain

  • Nabend !

    Die Füllhöhe der Kohle ist variabel. Und wie bei unseren Autos die Tanks mal voll oder leer sind, gabs das bei den Loks auch. Wie schon festgestellt , reicht die Kohle eine geraume Weile, aber halt nicht zwingend. Eine 01 im Langlauf dürfte am Ende der Fahrt fast nix mehr im Tender gehabt haben.....im Umkehrschluß haben viele Heizer erzählt,dass sie 8 t und mehr verstocht hätten ......die fehlten dann ja wohl logischer Weise am Ende der Fahrt. Oder gerade die rheinischen Bw'en, die extra mit G8 1 statt T16 rangierten, damit die Kohle und das Wasser länger reichte, dürften in langen Schichten bemerkbaren Schwund im Tender gehabt haben. Auch fiel mal in Neuss eine Köf in die Drehscheibengrube,da waren etliche Loks eingesperrt,die draussen waren , mußten die Leistungen mit übernehmen... da war bestimmt nachher auch weniger im Tender als regulär. Oder irgendeine Störung ließ das Kohle fassen nicht zu . Auch gab es Dienststellen, da wollte man als Externer nicht den Tender mit Blumenerde vollgekippt bekommen, und fuhr lieber mit dem guten Rest weiter.Auch gab es bei schweren Schnellzügen oder auch Güterzügen extra Heizer oder örtl. Personal, die dafür abgestellt waren Kohle im Tender nach vorne zu holen, damit der Heizer sich erholen konnte.Das sind nur einige Beispiele die zeigen, volle Tender gabs nicht zwingend immer. Was wiederum heißt, alle Füllzustände sind möglich und absolut vorbildgerecht....

    Schönen Abend noch,bei diesen sonnigen Wetter...Euer Weichenschmierer Wolfgang