BR44 nicht nur vor langen Güterzügen, auch Eilzug kann sie

  • Hallo zusammen,

    vielleicht ergeben sich mit den Fotos bei Drehscheibe Online Historische Bahnen neue Möglichkeiten, die BR44 auch vorbildgerecht vor kürzeren Zügen einzusetzen.

    Drehscheibe Online Foren :: 04 - Historisches Forum :: [GS] Erinnerung an die dampfgeführten Reisezüge im Raum Goslar (43 B)

    Für die BR44 mit 70 bzw. 80 km/h Höchstgeschwindigkeit eine anspruchsvolle Einsätze.

    Wer für seine BR50 einen kurzen Eilzug zum Vorbild sucht, wird in dem Beitrag bei Drehscheibe Online ebenfalls fündig.

    KaGe

  • Hallo KaGe,

    interessante Fotodokumente über Zugbildungen und die erläuternden Kommentare zu den Bildern.

    Der Hintergrund des Bildes 22 hat nahe zu nostalgische Züge, wenn man die Preistafel der ARAL-Tankstelle betrachtet. Das waren noch Zeiten, als der Treibstoff weit weniger als eine D-Mark je Liter kostete.

    Hans

  • ...

    Der Hintergrund des Bildes 22 hat nahe zu nostalgische Züge, wenn man die Preistafel der ARAL-Tankstelle betrachtet. Das waren noch Zeiten, als der Treibstoff weit weniger als eine D-Mark je Liter kostete.

    Hans

    Hallo Hans,

    für damals, 1975 wird der Durchschnittslohn eines Facharbeiters um 10 DM herum angegeben. Heute sind das um 25 Euro !

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Wir haben 1969 bei unseren Wochenendheimfahrten in Göttingen 52 Pfennig für 1 Liter Aral-Super bezahlt .

    Zu dieser Zeit durfte man für einen Liter Sprit im Durchschnitt (!) 1 h 20 Min arbeiten.

    Heute sind es 14 bis 16 Minuten.

    Das war auch der Grund, warum kaum jemand ein Auto hatte, in München konnte man selbst in der Ludwigstraße noch leicht einen Parkplatz finden.

    Die Mehrheit verreiste mit der Bahn, nicht mit dem Auto.

    Der Sprit ist also immer billiger geworden (ganz unabhängig von Politikergeschwätz, welches das Ziel des Sich-Beliebt-Machens hat).

  • Also jetzt rechne ich auch mal. Bei einem Stundenlohn von 10 DM und einem Benzinpreis von 52 Pfennig bekam man für eine Stunde Arbeit rund 19 Liter Benzin. Bei den aktuellen Benzinpreisen braucht man für diese 19 Liter einen Stundenlohn von knapp 38 Euro, das entspricht 5890 Euro im Monat.

    Gruß aus Seevetal
    Axel

  • Ich war jetzt von Günthers in #3 erwähnten 52 Pfennig ausgegangen. Aber bitte, so sieht's bei 90 Pfennig aus.

    Bei einem Stundenlohn von 10 DM und einem Benzinpreis von 90 Pfennig bekam man für eine Stunde Arbeit rund elf Liter Benzin. Bei den aktuellen Benzinpreisen braucht man für diese elf Liter einen Stundenlohn von knapp 22 Euro, das entspricht 3410 Euro im Monat.

    Auf jeden Fall brauchte man aber keine 1 Stunde, 20 Minuten Arbeit für einen Liter Benzin. Es sei denn, man bekam nur 67,5 Pfennig Stundenlohn ...

    Gruß aus Seevetal
    Axel

    Edited once, last by Axel.Paeprer (May 22, 2026 at 5:57 PM).

  • Hallo HET oder welchen Namen haben Dir Deine Eltern gegeben .

    1969 in Göttingen haben wir 52 Pfennig pro Liter Super bezahlt .

    Bei 24 Monaten Dienstzeit hatten wir 875.-DM im Monat für 160 Std. Dienst . entspr. 5,47 DM Lohn per Stunde . geteilt durch 0,52 DM = 10,5 Liter , umgelegt auf die Zeit 60 Minuten : 10,5 = 5,7 Minuten .

    Es gab für Wehrpfichtige Freifahrscheine einmal im Vierteljahr für die DB .

    Freitag 16 Uhr Dienstende - Montag 07 Uhr Dienstbeginn . Mit der Bahn hätten wir gleich dableiben können.

    So fuhren wir zu fünft mit meinem damaligen Rekord A in ca. 4 Stunden Göttingen - Kassel Autobahn , ab Kassel - Warburg - Paderborn - Soest auf der Bundestr. 7 , den Rest bis Wuppertal Autobahn . Wenn die Karre durchhielt und nicht auch noch am Wochenende repariert werden musste . Freundin Familie warteten auch schon .

    Ich erinnere mich gut das wir mit einem Bundeswehr Sonderzug nach Köln fuhren und dort 1970 junge Wehrpflichtige bis Göttingen betreuen durften . Es war ganz klar eine Diesellok am Zug . Es ging über die Dörfer und dauerte . An einer Stelle war nähe Bahnsteig eine Straßenbrücke über die Gleise , daran hing ein Schild "Qualmen verboten"

    Am Hauptbahnhof in Göttingen standen dann eine ganze Reihe Unimog parat und hier durfte erstmals das aufsitzen geübt werden. War nichtmehr ganz so komfortabel wie in den schönen alten Wagen . Vor allem schlug hinten der Auspuffqualm auf die mit Plane abgedeckte Pritsche herein . Wenn ich nicht irre waren das auch Benziner .

    Grüße Günter

    Günter, Großhettstedt, Ilmtal

  • Interessant, wie sich so ein Beitrag entwickelt, damit hatte ich nicht gerechnet, als ich den Thread eröffnet habe.

    Was musste man denn damals für 1 km mit der Bahn in der zweiten Klasse zahlen? Die Betriebskosten für eine BR44 dürften mit zwei mäßig besetzten Eilzugwagen wahrscheinlich nicht eingespielt worden sein.

    KaGe

  • Hallo Klaus-Gerd,

    die Beitragsentwicklung find ich schon ok, sooo günstig war der Sprit eben damals auch nicht nur gab es damals schon gar keine Alternative zum Verbrenner.
    Die Güterzugloks an Personenzügen waren meist umlaufbedingt, hatte es selber mal mit einer E50 erlebt die eine E10 ersetzten musste und deshalb ihr Beschleunigungsvermögen ausnutzte um einigermaßen pünktlich zu sein. Musste mich da in Fahrtrichtung setzen damit es mich nicht ständig vom Sitz zog ;)

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo KaGe,

    vielen Dank für den Link. Die Bilder sind wirklich sehr interessant und von zwei Brüdern Mitte der 70er selbst erstellt. Personzüge mit der BR52 und BR 50 kannte ich. Aber mit einer BR 44! Und dann diese Vielfalt der verschiedenen Personenwagen. Einfach Klasse.

    Besonders schön finde ich auch diese BR50 mit Kabinentender, die rückwärtsfahrend Silberlinge und Schürzenwagen zieht. Ob es das nur in der Epoche IV gab? Oder gab es das auch schon in der Epoche III, weil dort schon Güterzugsloks bei Personenzügen zeitweise eingesetzt wurden?

    Viele Grüße

    Jost

  • Güterzugloks können sehr gut Pz fahren.Was die nicht in der Endgeschwindigkeit,auf der Pfanne haben,machen die im Anzug locker wett. Wenn die Bahnhöfe nicht weit auseinander liegen oder die Streckenhöchstgeschwindigkeit unter 100 Km/h ist, klappt das reibungslos. Übertragen auf die Elektrische Traktion haben wir Nahverkehr mit der 40er besser im Griff gehabt,als mit der 10er.....Nur die einlösige Bremse erforderte Leute die das konnten.....Die Dampfkutscher hatten da nie Probleme,die kannten das.....Spass gab es mit der 151er, die lachte über drei Silberlinge....nur mancher Zugführer nicht,....wenn er auf dem Bahnsteig stehen blieb... das wurde gerne versucht und hat auch nicht selten gefunzt....weshalb dann die Kelle immer öfter aus dem Fenster kam.....Früher war es auch schon mal lustig bei der Bahn....Gruß Wolfgang

  • was mir noch auffiel:

    auf Foto Nr. 39 im link des Bilderbogens - die Signalbrücke im Bhf. Bad Harzburg...

    Tolles und fotogenes technisches Bauwerk...

    Dazu hier ein netter kurzer 4-Minüter der Brücke in Aktion

    Wie ich glaube gelesen zu haben, steht die Signalbrücke unter Denkmalschutz ....?....

    ........., meint mit besten Grüßen, Tilldrick Einsenspiegel

  • Ich kann mich noch gut erinnern wie mein verstorbener Onkel der auch Dampflokführer war, die Br 38 als Rangierlok hinhalten musste. Auch die anderen Dampfloks wurden so eingestzt, wie man was an Loks freihatte. War eben damals kein Wunschkonzert

    Allzeit HP1

    Frank

    Mein avatar ist als Bausatz noch käuflich trittfest und freilandtauglich

  • Güterzugloks können sehr gut Pz fahren.

    Solche Zugzusammenstellungen mag ich (schon, weil man bei manchem MoBahner damit Verwundernus erregen kann):


    044 558 (ex 44 1562) beschleunigt den N 7223 nach Crailsheim aus dem Haltepunkt Sülzbach. (23.10.1971)
    https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/112639.jpg

    044 558 ballert mit dem N 7223 nach Crailsheim aus Sülzbach. (23.10.1971)
    https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/112640.jpg

    044 558 (ex 44 1562) mit dem nur samstags mit einer 44er verkehrenden P 3713 nach Crailsheim bei Ölhaus. (30.10.1971)
    https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/113250.jpg


    Leider habe ich das rollende Material dazu nur in H0 ...

  • Zur Ergänzung:

    Laut Tabelle für eine einfache Fahrt über 10 km waren es für das genannte Jahr 1969 genau 1,00 DM und über 101 km 9,80 DM.

    https://www.pro-bahn.de/fakten/fahrpreise.htm

    Für 1969 betrug der durchschnittliche (!) Brutto (!) Monatsverdienst in der Alten Bundesrepublik für einen Mann (!) 584 DM bei Vollzeit(!)beschäftigung:

    Auch interessant:

    Quote

    1969 kamen die Männer in Westdeutschland nur auf 10,2 und die Frauen auf 12,5 Jahre Rente.
    https://www.muensterschezeitung.de/nachrichten/wi…ur-rente-806776


    Wir wollen nicht allzusehr ins OT abgleiten, aber das sind doch interessante und bedenkenswerte Zahlen.