Irgendwie typisch deutsch. Leider. https://www.stern.de/wirtschaft/ice…n-36980182.html
Keine Zulassung - ICE-L muss mit Vorspannlok verkehren
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Was daran soll "typisch Deutsch" sein?
Wegen der fehlenden Zulassung oder weil man sich von extern was anmietet?
War übrigens schon vor Auslieferung der Wagen bekannt mit der fehlenden Zulassung. Das ist nicht neu.
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War den Fahrplanplanern offenbar nicht bekannt. Die verringerte Höchstgeschwindigkeit wurde nicht berücksichtigt. Und warum vier Jahre nach Baubeginn noch keine Zulassung vorliegt, ist auch zumindest von außen betrachtet rätselhaft.
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Was daran soll "typisch Deutsch" sein?
Ist die Frage ernst gemeint?
Fakt ist:
- Oktober 2025 nur jeder 2. Zug pünktlich (51%)
- 2024 lag die DB im europäischen Vergleich auf Platz 16 von 27, die deutschen privaten Bahngesellschaften auf Platz 20
Gruß
Huygen
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Das ist wieder einmal ein Thema, wo man auf den Putz hauen kann.
Zu den Fakten:
Der ICE-L hat für Deutschland seit dem 11. August 2025 eine Betriebszulassung mit Einschränkungen erhalten. Das gilt nicht für die Loks Reihe 105, die noch nicht eingesetzt werden kann. Dadurch gibt es keine Möglichkeit, die geplanten 230km/h Höchstgeschwindigkeit zu fahren. Nicht zugelassen ist vor allem der Steuerwagen-Betrieb, das bedeutet, die Garnitur darf nur gezogen werden.Daher werden die Garnituren von geleaseten CD-Vectron bespannt, die 200km/h fahren können ("normale" Vectron nur 160km/h). Dies wurde sehr wohl von der DB in der Fahrplan-Gestaltung berücksichtigt, da man auch noch nicht von einem reibungslosen Start ausging.
Verzögerungen gibt es auch bei der Zulassung für die Niederlande, da die Wagen mit etwas mehr als 20 Tonnen Achslast für manche Strecken eine Ausnahmegenehmigung brauchen.
Die grösste Herausforderung ist die Höchstgeschwindigkeit von 230km/h speziell im geschobenen Zustand. Der frühere DB-Talgo Nachtzug wurde hingegen nur gezogen und war für 140km/h zugelassen. In Verbindung mit den Einzelrad-Portalachsen ist das bei den neuen Garnituren durchaus spannend und wird daher äusserst genau geprüft.
Siemens hatte auch ziemliche Probleme, die neuen ÖBB RailJet II sowie NightJet für den Steuerwagenbetrieb zuzulassen. Und dies, obwohl es sich um "normale" vierachsiche Drehgestellwagen handelt. Die Fahrdynamik bei hohen Geschwindigkeiten ist nicht ganz trivial.
Gruss aus Freiburg
Herbert -
Hallo,
die Zulassungen, egal ob TSI oder national, ist heute sehr umfangreich und schwierig. Fast alle Hersteller haben damit zu kämpfen, Alstom Coradia Stream HC (sollten schon seit einem Jahr im Expresskreuz Bremen fahren), Toshiba Rangierlok HDB 800 (Projekt wurde eingestellt, Bestellungen von DB Cargo kürzlich storniert, vorher ist Schalke dran gescheitert), etc.
Im Bahnbereich ist sehr viel über unzählige Normen abgedeckt, aber dennoch einige Sachen nicht ganz eindeutig und dort kommt es dann auch darauf an, wie das EBA dies sieht. Die Mitarbeiter vom EBA haften persönlich und winken da nichts Mal ebenso durch. Und dann werden im Zweifel irgendwelche Gutachten benötigt etc.
Fahrzeugzulassungen sind ein extrem komplexes Thema. Beim ICE L war wohl ein großes Problem, dass es für die hydraulische Bremse keine Norm gab und daher umfangreich nachgewiesen werden musste, dass diese sicher ist und auch die Annahmen zum Nachweis angemessen sind.
Gruß
Thorsten
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Man kann das auch so sehen: Wenn beides mal als Modell verfügbar ist, ist das ein interessantes Gespann zum nachbilden.
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Beim Gebäudebau hat man vor kurzem den Bauturbo eingeführt. Vielleicht geht hier auch so was. Z.B. wenn die Prüfer bei den Testfahrten jedes neuen Triebfahrzeuges die Entwicklung mitbegleiten dürfen
Allzeit H1
Frank
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Oder wie bei allen anderen Verkehrsmitteln: erst Zulassung, dann Verkauf
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Das "Problem" liegt doch in dem Ablauf einer Bestellung. Es wird ein Fahrzeug vom Reißbrett weg angeboten und verkauft. Der Käufer orientiert sich am avisierten Auslieferungsdatum .... und plant natürlich den Einsatz vom bestellten Fahrzeugtyp.
In der Realität kommt es dann zu Verzögerungen beim Fz-Bau (Zulieferer etc.) und bei der ZULASSUNG geht es dann richtig los mit den Problemen. Folge: das neue Fz kommt nicht fristgerecht (oder mit Einschränkungen) auf die Schiene.
DAS ist jetzt nicht das erste Mal. Wie Axel schon schreibt => ERST ZULASSUNG, DANN VERKAUF.
So müsste es sein - ist es aber leider nicht. Es wird ein "faules Ei" geliefert und live im Regelbetrieb an Fahrgast & Belegschaft erprobt. Wenn dann nach Jahren der "Betriebserprobung" und endlosen "Nacharbeiten/Updates" das Fahrzeug halbwegs läuft, kommt die nächste neue "tolle" Fz-Baureihe - eine endlose Geschichte.
vg Capipara
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Da Planung und Bau von 1:1 Fahrzeugen mittlerweile genau so lange dauern können, wie in der Spur1, haben sich oft Vorschriften geändert oder wurden neue eingeführt, die es am Anfang der Entwicklung noch gar nicht gab. 🙈😂
Drum bleib ich lieber bei der Spur1. 🤣🤣🤣🤭
Grüße
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Ist die Frage ernst gemeint?
Fakt ist:
- Oktober 2025 nur jeder 2. Zug pünktlich (51%)
- 2024 lag die DB im europäischen Vergleich auf Platz 16 von 27, die deutschen privaten Bahngesellschaften auf Platz 20
Gruß
Huygen
Und was hat das alles jetzt mit dem Eingangsthema ICE L zu tun?
Nichts. Eine typische Nebelkerze wie sie leider in Forendiskussionen immer üblicher wird.
Hauptsache vom eigentlichen Thema ablenken.VG Stefan
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Oder wie bei allen anderen Verkehrsmitteln: erst Zulassung, dann Verkauf
Eine theoretische Forderung: Flugzeuge fallen klar durch dieses Raster.
Und bei KfZ bin ich mir nicht ganz so sicher, ob wirklich mit Verkaufsbeginn die Genehmigung des KBA, o.ä. Institutionen vorliegt.Die Aussage war ja "Verkauf" und der schließt für mich Vorbestellungen ein.
VG Stefan
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[offtopic]
Ich freue mich immer über "Daumen runter" Reaktionen von Benutzern, die nicht themenbezogen kritisieren (in der Schule hätte man ihnen gesagt: Thema verfehlt), aber mit "Klarstellungen" ihrerseits dann Probleme haben/Frust schieben.
VG Stefan
[/offtopic] -
DAS ist jetzt nicht das erste Mal. Wie Axel schon schreibt => ERST ZULASSUNG, DANN VERKAUF.
Das ist jetzt aber schon eine sehr schlichte Forderung. Nur eben nicht Kompatibel mit der Realistät.
Natürlich müssen diese Produkte längst vor der finalen Zulassung verkauft werden! Das beginnt ja mit Marktforschung, Kundenkontakten und führt dann zur Entwicklung eben von Produkten nach deren Vorstellungen. Wie soll das - wie hier beim ICE-L funktionieren, wenn der erst verkauft wird, wenn er zugelassen ist? Ich beneide euch für solche einfachen Gedanken, da ist man ja von den Abläufen in Produktionsbetrieben und Verantwortung sichtlich bisher verschont geblieben.
Talgo hat diesen ICE-L erst fertig entwickelt, als es den Auftrag von der DBAG erhielt. Während früher, in der Bundesbahn-Zeit, die Hersteller Loks auf Anforderung der DB entwickelten (z.B. die 111), waren dies noch vergleichsweise einfache Elektroloks. Den Zulassungsprozess hat die DB selber durchgeführt, das EBA war da eher nachrichtlich beteilig. Heute werden die komplexen Fahrzeuge vom EBA zugelassen und erst dann vom Kunden übernommen, das Zulassungsrisiko liegt beim Hersteller. Und nicht immer klappt es, siehe Talent3 für die ÖBB.
Die Hersteller habe da keinen Spass daran, da sie ja normalerweise nach Projektfortschritt bezahlt werden. Und solange das Produkt nicht zugelassen ist, fehlt ein wesentlicher Teil der Bezahlung.
Ich weiss, dass mach Unbedarfter gerne mit "Bananenreife" kommentiert. Das zeigt mir, dass der noch nie selber Verantwortung in einem derartigen Prozess übernommen hat und von den Herausforderungen keine Ahnung hat.
Weil auch Boeing genannt wurde, die an der Zulassung der 777-X würgen: wenn die erst mit dem Verkauf beginnen könnten, wenn das Flugzeug zugelassen ist, wären die zu dem Zeitpunkt pleite. Es ist üblich, Festbestellungen mit 25% anzuzahlen. Damit kann das Unternehmen wesentliche Entwicklungs- und Zulassungsausgaben finanzieren. Übrigens, in der Luftfahrtbranche schon seit fast 100 Jahren. Die Boeing 707 oder auch die 747 wurden erst fertig entwickelt, als die Mindestanzahl an festen Bestellungen vorlag.
Gruss aus Dubai von einem, der wegen ähnlicher Probleme grad noch vor Weihnachten unterwegs ist.
Herbert
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Hallo,
ich habe beruflich mit diesem Thema zu tun.
Es ist so, dass die Entwicklung von einem Schienenfahrzeug mehrere Millionen (8-9 stellige € Beträge!) kostet. Das eine sind die Zulassungskosten und das Anfertigen der entsprechenden Dokumente, sowie die Konstruktion des Gesamtfahrzeuges, das andere aber auch Einmalkosten, z.B. erreichen die Einmalkosten, also das Engineering und Parametrieren von Umrichtern schnell Einmalkosten je Typ von 1 Millionen €. Da ist kein Hersteller oder erstrecht Geldgeber bereit, entsprechend tief in die Tasche zu greifen und nachher kauft dann niemand das Produkt.
Bei Schienenfahrzeugen geht es über die Masse: Wenn Stückzahl x bestellt wurde, wird das Fahrzeug konstruiert und gefertigt, sonst halt nicht. Die Einmalkosten werden dann auf die Serie umgelegt.
Gruß
Thorsten
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Hallo,
bis zur Baureihe (E)120 ha die Bahn ihre Loks stets mitentwickelt, übernahm dabei so manche "Einmalkosten" (wie Thorsten richtigerweise schrieb) und erst wenn die "Testexemplare" zufriedenstellend und Abnahmefähig waren. gingen sie in Serie.
Dann kamen bayrische Verkehrsminister, die der Bahn das eh. schon knappe Geld noch mehr entzogen und solche bahneigenen Produktionen zugunsten der Bahnindustrie entzogen. Diese Industrie "starb" dennoch mangels Bestellungen weitgehend weg.
Und heute heult man rum dass die vielen LKWs unsere Straßen und Brücken zerstören während die Bahn ihre Güterverkehrseinrichtungen mangels Bedarf abbauen muss und nur noch vom - subventionierten -Personenverkehr leben muss! -
Müssen wir für die Zulassung der Baureihe 105 mit einem Zeitraum von drei Jahren rechnen? Oder gibt es optimistischere Prognosen?
Gruß, Jörn.
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Bayrische Verkehrsminister waren die nicht schon immer die Lieblingsminister der "Kabarettisten...
aber zurück zum ICE L , habe gelesen das diese Niederflloor Technik (Barrierefreier Zustieg) eine Änderung der Drehgestell-anordnung erforderlich macht, las von einer Einzelradaufhängung , hat da jemand genaue Kenntnis und möchte mich und andere Unwissente hier im Forum darüber informieren...
Grüße aus dem Saarland ...Horst
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Die Wagen haben kein Drehgestell im klassischem Sinne. Auch sind die Räder nicht mit einer durchgängigen starren Achse verbunden.
Auf der Seite System-Bahn ist ein Bild zu sehen wie das Ganze aussieht.
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