Betrieb einer Spur-1-Anlage als geschlossene Gruppe

  • Ich habe gestern per Zufall einen Bericht der Eisenbahn-Romantik über die IBM (Interessensgemeinschaft Bassumer Modellbahner) gesehen.

    Bassumer Modellbahner - bauen H0-Anlage seit mehr als 13 Jahren | Eisenbahn - Romantik

    Auch, wenn es "nur" H0 ist, so hat mich das Konzept doch sehr beeindruckt. Hier trifft sich ein geschlossener Kreis von damals 8 Männern, die sich eine Gemeinschaftsanlage aufgebaut haben. Dazu wurde sogar extra ein passendes Gebäude hochgezogen. Die Anlage ist nicht öffentlich und wird nur von der Interessensgemeinschaft quasi hinter verschlossenen Türen betrieben. Das gesamte liegende Inventar gehört der IBM, die rollenden Fahrzeuge sind Privateigentum. Ich habe mich zwar gefragt, wie das mit der Finanzierung geregelt ist, aber das Konzept dahinter finde ich irgendwie spannend, denn ich hätte z.B. keinen Platz zuhause für eine Spur-1-Anlage. Und so könnte man mit einem gewissen Monatsbeitrag etwas aufbauen, was ggf. auch von anderen dann weitergeführt wird und nicht plötzlich ungenutzt irgendwo verstaubt oder gar entsorgt werden muss.

    Gibt es ein vergleichbares Konzept auch für Spur-1-Anlagen, insbesondere im Süddeutschen Raum?

    Gruß,

    Thorsten

    PS.: Witzigerweise ist Bassum mein Geburtsort, aber ich bin in der Umgebung von Syke aufgewachsen und hatte zu Bassum keinen weiteren Bezug. Später bin ich dann nach Bremen gezogen und von da aus hat es mich 2002 nach Stuttgart verschlagen. Dies nur als kleine Zusatzinfo. ;)

  • Hallo Thorsten, kennst du das Spur 1 Team Württemberg ? Bei Mannheim gäbe es dann noch die ig1.de. Vielleicht ist ja was passendes für Dich dabei. Gruß Timo

    ... und bis Pforzheim-Weissenstein ist es auch nicht weit. Da haben wir mittlerweile Vereinskollegen, die doppelt soweit fahren, um bei uns Spur1 zu erleben.

    Übrigens: am 05.10. ist Museum in Weissenstein. Dann ist auch die Spur1-Anlage in Betrieb. Der Eintritt ist an diesem Tag natürlich frei.

    Details unter Eisenbahnfreunde-Pforzheim.de

    Gruß basti

  • Das wäre mir persönlich aber irgendwie schon wieder zu weit zum Fahren, wenn ich da aktiv mitmachen wollte. Aber gut, fußläufig erreichbar wird‘s da eh nichts geben.

  • Exakt so ist damals die IG-DU entstanden. Wir hatten gemeinsame Räume und Anlage, Fahrzeuge gehörten den Mitgliedern. Es gab Statuten und einen Finanzplan.

    Heute ist daraus ein e.V. entstanden, https://ig-du.info, weil es so möglich ist, z.B. offizielle Spenden zu generieren.

    Beides hat Vor- und Nachteile. Ich persönlich habe über 40 Jahre Vereins- und Verbandserfahrung und möchte in meiner Freizeit keine Ämter mehr übernehmen, weshalb ich den Aktiven im Verein für mich ablehne. Aber auch eine IG kann gelegentlich "stressig" sein. Einerseits hat man immer mit Menschen zu tun und da muss die Chemie stimmen. Dann kommt die Aussenwelt wie Vermieter, Nachbarn, Neider, Sponsoren, etc. Uns hat man damals die Hütte angesteckt, war aber wohl eher kein Anschlag auf die IG-DU, sondern unglückliche Umstände. Letztlich ist daraus was Grosses und Grösseres entstanden.

    Liebe Grüsse,
    gerald ehrlich

  • Hallo,

    ein Verein ist nichts für Leute die daraus nur "Gewinn" ziehen möchten und das Unangenehme den anderen überlassen!
    Mit "Gewinn" meine ich jetzt nicht unbedingt finanzielles sondern eben schön Spur1 fahren wollen auf langen Strecken, die die anderen gebaut haben da man selber viel zu viel wichtigeres zu tun hat als Anlagebau oder Vereinsbürokratie zu betreiben.
    Bin mein ganzes Leben nun in Vereinen und hab viele Kritiker erlebt die meist ganz genau wussten was die Anderen tun sollten ;)


    Hier mein Lieblings-Vereinsprojekt


    Spur1 spiel ich daheim und am Stammtisch

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited once, last by Michael Staiger (September 6, 2025 at 4:58 PM).

  • gem. google maps müsstest ihr die große Halle hinter der Tankstelle haben. Das wäre eine sehr große Anlage

    Das ist richtig ... nur das "ihr" stimmt nicht, da ich der Truppe nicht mehr angehöre. Gelegentlich, viel zu selten, bin ich Gast dort. Für Fragen zur IG, dem jetzigen Verein, möglichen Besuchen, etc. wendest Du Dich am besten an Frank Mallmann, @milna hier im Forum.

    Nur damit keine Missverständnisse aufkommen. Ich habe die IG nicht im Streit o.ä. verlassen, sondern aus persönlichen Gründen. Ich bin in so Dingen "Extremist" und wollte Eisenbahn in gross machen. 2018/9 habe ich die Ausbildung zum Tf gemacht und bin zunächst hobby-nebenberuflich und heute haupt-hobbyberuflich unterwegs. Dafür habe ich letztes Jahr meine Firma verkauft, die Kids sind aus dem Haus und meine Königin spricht nicht dagegen, solange der Kühlschrank voll ist. Wenn ich nun 4-5 Tage die Woche quer durch die Republik fahre, brauche ich aber einfach kaum noch Modellbahn und habe andere Aufgaben zu erledigen.

    Liebe Grüsse,
    gerald ehrlich

  • Hallo,

    ein Verein ist nichts für Leute die daraus nur "Gewinn" ziehen möchten und das Unangenehme den anderen überlassen!
    Mit "Gewinn" meine ich jetzt nicht unbedingt finanzielles sondern eben schön Spur1 fahren wollen auf langen Strecken, die die anderen gebaut haben da mal selber viel zu viel wichtigeres zu tun hat als Anlagebau oder Vereinsbürokratie zu bearbeiten.

    Gewiß, aber die IG- oder Vereinsarbeit stellt auch eine Chance da, das zu machen was einem am meisten zusagt und mit dem er bzw. sie sich am besten auskennt. Wo z.B. für Thorsten die Technik bzw. Technologie zu einem Großteil die Faszination der Modelleisenbahn ausmacht, ist es für mich lediglich eine Quelle von Frust bzw. ein Stolperstein auf dem Weg zu einer bewegten Szenerie, welche die Atmosphäre des (eines) Vorbildes so wie ich die aus Bilder und Geschichten kenne, einfängt und destilliert. So lange es für jeden Teilbereich einen Spezialisten in den eigenen Reihen finden lässt, der auch bereit ist so richtig Hand anzulegen, und so lange man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann, könnte das wohl funktionieren.

    In größeren Vereinen ist es fast zwangsläufig so, das es eine kleine Gruppe ´Aktiven´ gibt und eine viel größere, welche ihr Mitgliedschaftsbeitrag bezahlt und ab und zu mal vorbeischaut. Das ist nicht weiter schlimm, so lange die aktive Mitglieder untereinander gut auskommen, sich Mühe geben die anderen mit einzubeziehen und nicht allzu frustriert darüber werden, dass ´da wenig kommt´.

    Bei einer allzu großen Gruppe sind die Finanzen meistens kein großes Problem, der gemeinsame Nenner reduziert sich erfahrungsgemäß dann schnell auf ´Rundkurs mit möglichst viel drum und dran und viele, automatisch kreisende Züge´ - leider ist das nicht so mein Ding. Ich kenne in der Niederlande Modellbahngruppen, die angefangen sind mit dem Nachbau einer bestimmten, lokal/regional bezogener Vorbildthema, dann allmählich dieser Faden verlieren, da jeder neuer Mitglied dann doch etwas anderes machen will was so gar nicht ins Anlagenkonzept ´passt´ - und dann entsteht halt die nächste x-beliebige Anlage mit Szenen die keinen wirklichen Bezug zu einander oder gar zu einer übergreifenden ´erlebten Wirklichkeit´ haben und die man schon hundert Mal woanders gesehen hat. Andere haben nach -zig Jahre die Bau einer großen Clubanlage aufgegeben, und bauen jede paar Jahre eine neue Ausstellungsanlage mit immer wieder neue Themen. Dann gibt es noch Gruppen von Modellbahner die zwar zusammen bauen und ausstellen, das aber an individuellen Projekten oder in kleinere Gruppen...

    Im allgemeinen geht die Tendenz glaube ich weg von Vereinen mit ihren festgelegten Strukturen, hin zu IGs oder Gruppen von Leute die sich als Privatpersonen zusammen tun ohne gesetzliche Grundlage; niemand hat so richtig Bock mehr auf die Vereinsbürokratie und der typische ´Vereinsmeier´ ist bei jüngere Kohorten ein eher weniger ausgeprägte Erscheinung. ;)

    Hauptsache ist, man hat selber eine Idee was man möchte, was man beitragen kann und wer/welcher Verein oder IG dazu passt. :)

    Edited 4 times, last by hvspelde (September 6, 2025 at 4:04 PM).

  • Absolut korrekt. So sehe ich das auch. Mir ging es auch explizit nicht um einen mehr oder weniger offenen Verein, sondern um eine geschlossene Gruppe, die ihr Hobby miteinander teilt und eine gemeinsame Anlage an einem definierten Ort betreibt.

    Also mehr oder weniger vergleichbar einer Hausgemeinschaft von Wohnungseigentümern in einem Mehrfamilienhaus. Am besten ist das dann aufgrund der doch recht hohen finanziellen Rahmenbedingungen vertraglich zu regeln, denn so eine Spur-1-Anlage samt Gebäude dürfte schnell einen sechsstelligen Eurobetrag erreichen.

    Ich habe mich gefragt, wie die Mitglieder der IBM das geregelt haben, deren Örtlichkeit samt stationärem Material trotz H0 ja sicherlich auch schon in solche finanziellen Gefilde vordringen dürfte.

  • Guten Abend in die Runde

    Bei uns in Buir ( MBF-Buir ) gibt es auch eine ähnliche Situation.

    Dort werden zwei Spurweiten auf zwei Etagen betrieben.

    Auf der einen Etage 3 Anlagen in HO

    und wir sind darüber mit unserer Rheinischen Kreisbahn in Spur 0

    Wir sind kein Verein sondern ein Gruppe aus Gleichgesinnten in H0 und 0.

    Jede Unter Gruppierung beitreibt eigenverantwortlich Ihre Anlage.

    4 mal im Jahr gibt es einen Tag der offenen Tür zusammen von H0 und 0.

    Wünsche noch einen schönen Sonntag Abend

    mfg

    KlaWie

  • Hallo,

    eine "geschlossene Gruppe" muss sich ja erst mal kennen. Das geht am besten an einem Stammtisch oder in einem Verein. Dann brauchts eine Örtlichkeit die man zusammen finanziert. Baut man eine Festanlage wirds kompliziert, baut man mit Modulen bringt jeder seine mit. Aber auch da kann eine Anlage entstehen aus der nicht so ohne weiteres "entscheidende" Module wieder zu entnehmen wären!
    Es gibt also viel vorab zu regeln und viel Gemeinschaftssinn, wenn man so etwas auf die Beine stellen will.

    wünsche viel Erfolg

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

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