2. Advent – Licht im Dunkel

  • Moin, Jungs,

    die Beleuchtung meiner Personenwagen stand schon lange auf dem Programm. Die drei- und vierachsigen Umbauwagen hatten gar keine, die E30-Wagen von Kiss hatten eine, die aber permanent in gelb leuchtete und zum flackern neigte, sobald die Räder schmutzig wurden.

    Was bei diesen Wagen aber besonders negativ ins Auge fiel, waren die viel zu tief angebrachten Gepäckablagen, die von außen deutlich sichtbar in die Fensterausschnitte ragten, was absolut nicht vorbildgerecht ist (Bild 1). Hier bestand zusätzlich zur Beleuchtung weiterer Handlungsbedarf und die Waggons wurden als erste ins Aw gebracht.

    Nachdem die Wagenkästen vom Untergestell abgeschraubt und die von den Drehgestellen kommenden Leitungen zur Stromversorgung der unterm Dach angebrachten Beleuchtungsleiste getrennt worden waren, konnte die aus zwei Segmenten bestehende Inneneinrichtung vom Boden des Wagenkastens abgeschraubt und abgenommen werden.

    Die Gepäckablagen wurden vorsichtig mit einer kleinen Zange von den Trägergestellen gelöst. An einigen Klebestellen musste auch schonmal ein Cutter zu Hilfe genommen werden.

    Anschließend wurden die Ablagen entsprechend höher wieder angeklebt und mit Messingfarbe bemalt. Bild 2 zeigt einen ersten Testumbau, rechts sieht man die viel zu tief angeordneten Hut- und Gepäckablagen, die Dame kommt gerade mit dem Kopf darunter. Links die geänderte Ausführung.

    Die von einem Berliner Spur Einser 2005 für die 2004 erschienen E30 Wagen geätzten Fenstergriffe wurden nach nur 18 Jahren angebracht (Bild 3). Sollte da der Berliner Flughafen oder der Stuttgarter Hauptbahnhof, dessen Bau inzwischen 11 Milliarden Euro kostet, Pate gewesen sein?

    Auch aus braunem Kaffeefilterpapier erstellte Gardinen wurden rechts und links von den Fenstern angeklebt und natürlich Figuren und Gepäck in die Wagen eingesetzt.

    Für die Beleuchtung wurden aus 2 mm dickem Polystyrol neue Halterungen mit den Abmessungen der alten Lichtleisten angefertigt. Darauf wurde dann ein entsprechend langer Streifen einer warmweißen LED-Beleuchtung aufgeklebt und an die Beleuchtungsplatine, die in einer Sonderaktion vom Fremo angefertigt worden waren und die ich auch schon seit September 2019 in meinem Besitz hatte, angeschlossen.

    Über diese Platine mit Hallsensor konnte mittels eines Magneten von außen die Beleuchtung an- und abgeschaltet werden. Auch rote Schlusslichter konnten damit geschaltet werden, was aber bei den Eilzugwagen entfiel, da hier separate Zugschlusslaternen verwendet worden waren.

    Zusätzlich gab es an der Platine noch einen Stromspeicher, so dass die Beleuchtung im Betrieb flackerfrei blieb.

    Auch die Kabel der Stromversorgung, die von den Drehgestellen kamen, wurden an die Platine angeschlossen. Bild 4 gibt einen Überblick, bevor der Wagen wieder zusammengesetzt wurde.

    Damit klar war, welche Toilette die Platine unterm Dach trug, wählte ich immer diejenige, bei der die Wagennummer neben dem Klofenster angebracht ist.

    Bei meinem 1./2. Klasse Wagen war im 1. Klasse Abteil gegenüber der Toilette ebenfalls eine Milchglasscheibe eingesetzt. An diesem Wagenende gab es ja nur eine statt zwei Türen.

    Ich fertigte aus einer alten CD-Box zunächst einmal provisorisch eine klare Scheibe und ersetzte damit die Milchglasscheibe (Bild 5).

    Einen Blick in einen beleuchteten Wagen gewährt Bild 6. Die Dame rechts lächelt zufrieden über die gewonnene Kopffreiheit, der Schaffner bei der Fahrkartenkontrolle freut sich über das flackerfrei warmweiße Licht.

    Die vierachsigen Umbauwagen von Hübner hatten rot verglaste Schlusslichter mit einem Reflektor, der ein Loch in der Mitte hatte, in die passgenau eine kleine rote 1,8 mm LED hineingesteckt werden konnte. Ich bemalte diese LEDs auf der Rückseite silbern, bog die Anschlussdrähte passend, formte noch ein schmales Stück Kreppband um die Drähte und klebte die LEDs an dieser Stelle an die Rückwand des Wagens (Bild 7). Auf Bild 8 ist die Zwischenwand wieder eingesetzt und die Kabel kommen aus dem herstellerseitig für eine Beleuchtung bereits vorgesehen Schlitz zum Anschluss an der Platine.

    Da die Wagen bei mir in festen Zugverbänden eingesetzt werden, wurde auch nur an den Endwagen und dort auch nur auf einer Seite die Schlussbeleuchtung installiert.

    Beim Gepäckwagen gab es nur auf einer Seite eine Toilette. Weil die Schlussbeleuchtung hier auf die Seite mit dem Gepäckabteil gehörte, mussten die Kabel dazu unter dem Dach zur Toilettenseite verlegt werden. Da diese Kabel, die wegen der Dachabnahme und Zugänglichkeit ins Wageninnere cirka 10 - 15 Zentimeter länger sein mussten, nicht in eine Toilette hineingestopft werden konnten, fertigte ich eine Kontaktverbindung mit Bronzefederblech an.

    Das Verkleben am Wagenkasten war nicht ganz einfach. Leider hielten die Kontakte wagenseitig nicht, so dass ich dann doch auf eine Mikrosteckverbindung zurückgriff. Die Kabel wurden dabei auf das unbedingt nötige für eine Dachabnahme gekürzt und man sieht von außen nichts, wie Bild 9 zeigt.

    Bild 10 zeigt Passagiere und Gepäck vor dem Einkleben in den Wagen.

    Auf Bild 11 sind an der rechten Seite noch die Bronzefederbleche am Wagendach und am Wagenkasten zu sehen.

    Bei den dreiachsigen Umbauwagen von Märklin hatte ich die nicht vorbildlichen Seitenwände an den Wagenübergängen entfernt, damit es hier beim Blick in die Türfenster einen vernünftigen Durchblick von einer Seite zur anderen gab (Bild 12 und 13). Auch die Kurvenführung der drei Achsen, die im geraden Gleis immer für einen schrägen Wagenstand sorgten, was bei einem Zug mit mehreren Umbauwagenpaaren einfach unschön aussah, habe ich ausgebaut und die äußeren Achsen mit 12 mm breiten und 1 mm dickem Polystyrolstreifen fixiert, während die mittlere Achse verschiebbar blieb (Bild 14). Tests ergaben hier keine Probleme beim fahren. Der Achsstand liegt hier bei 7,5 m, während z. B. die Donnerbüchsen einen Achsstand von 8,5 m haben und auch überall ohne Probleme (bei richtigem Radsatzinnenmaß) durchlaufen.

    Natürlich hätte ich bei allen Wagen noch viel mehr Dinge nachrüsten bzw. verfeinern können, aber soviel Zeit wollte ich denn doch nicht investieren

    Während der Bastelarbeiten habe ich nicht viele Fotos gemacht, etwas ausführlicher wird das Ganze in meinem diesjährigen Weihnachtsfilm gezeigt.

    Gruß

    Der Michel

  • Hallo Michel

    Schön wieder an Deinen Arbeiten teilhaben zu dürfen.
    Immer wieder aufschlussreiche und unterhaltsame Berichte.

    Freue mich schon auf weitere Beiträge und den Fahrtag im kommenden Jahr

    Viele Grüße und frohes Schaffen
    wünscht Hans-Peter

  • Moin,

    ich habe hier noch einen Nachtrag zu den dreiachsigen Umbauwagen von Märklin. Die Halterungen für die Rollos sind am Wagenkasten verzapft und geklebt, man kann sie aber (so war es jedenfalls bei meinen Wagen) relativ einfach vom Wagenkasten trennen, allerdings verbleiben die Zapfen in den Löchern, was aber für ein wieder ankleben nach Entfernung der störenden Seitenwand unbedeutend ist.

    Wer auf die Verschiebbarkeit der Rollladen verzichten will, kann die Halterung ganz einfach weglassen und den Rollladen auf die im Wagenkasteninneren vorhandene Führung aufkleben. Bei den vierachsigen Umbauwagen von Hübner oder Märklin sind die Rollos ja auch nicht beweglich. (Bild 15 und 16). Im Bild 16 habe ich den Rollladen einfach mal aufgelegt, rechts und links sieht man auch die in den Löchern zurück gebliebenen Zapfen.

    Die Löcher für die Schlusslichter haben einen Durchmesser von 4 mm und sind von innen nicht so gut zu erreichen. Ich habe daher ein Polystyrolrohr mit 4 mm Durchmesser genommen, an einer Seite zwei Schlitze eingeschnitten und darein eine rote 1,8 mm LED gesteckt, an die ich die Litze schon angelötet hatte. Für den vorderen Abschluss fertige ich aus einem roten Plastikschnellhefter mit einem Messingröhrchen von 4 mm Innendurchmesser das „Glas“. Das Messingrohr war an einer Seite außen mit der Feile bearbeitet worden und hatte einen „scharfen“ Rand, damit konnte ich das „Glas“ ausstanzen und auf das Polystyrolrohr kleben.

    Nachdem die beiden Löcher im Wagenkasten per Hand gebohrt und der Außenring noch mit einem schwarzen Farbstift nachgemalt worden war, wurden die Lampenrohre eingeschoben. Übrigens waren auf der Wageninnenseite an der Zwischenwand zum Abteil auch passende Löcher gebohrt worden, und hier wurden die Röhrchen auch festgeklebt.

    Bild 17 gibt dazu mal einen Überblick.

    Dann habe ich den Wagen senkrecht aufgestellt und in die beiden Schlussleuchten jeweils einen großen Tropfen glänzenden Klarlack eingefügt und über Nacht zum Trocknen so stehen gelassen. Das Ergebnis am nächsten Morgen zeigt Bild 18. Sieht jetzt ein bisschen nach Glas aus.

    Bild 19 zeigt dass Endergebnis. Die Scheiben, die ja oft verblecht waren, habe ich so gelassen. Um hier ein Glas einzusetzen, ist das obere Scharnier für die Türen im Weg.

    Gruß

    Der Michel

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