Instandhaltung der Signallaternen

  • Hallo Einser,

    bei DSO hat ein Freund, Signaler bei der DB, ein wie ich meine auch für die Modellbahnerei interessantes Merkblatt veröffentlicht


    Diese Anweisung stammt aus den 40er Jahren, spätere Anweisungen der DB waren vergleichbar
    Die Petroleum-Laternen der Signale wurden für die Reinigung täglich heruntergekurbelt und ins Lampenlokal getragen.


    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    Das war ein Raum in einem Nebengebäude in dem es Regale zum Abstellen und einen Tisch zum reinigen und befüllen der Laternen gab. Dann lag noch dort auf Böcken leicht schräg ein Blech-Fass mit Hahn zum befüllen der Petroleum-Kannen.
    Besonders interessant find ich dass die bereits angezündeten Laternen dann "im Freien" aufgestellt werden sollten, wenn der Lampenputzer den Raum verließ,


    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    was sicherlich beim verteilen und hochziehen der Laternen, wie hier auf dem Bild, regelmäßig der Fall war.


    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    Apropos hochziehen der tagsüber leeren Laternenschlitten. Die durften unten bleiben wenn sie profilfrei waren und wenn, wie hier am Einfahrsignal, keine Rangiefrahrten stattfanden. Für die Modellbahn eine weniger machbare Situation.
    Aber so eine Reihe brennender Signallaternen vor dem Lampenlokal wären auf der Modellbahn sicherlich eine schöne Szene, dazu noch der Lampenputzer, der mit einer - brennenden - Laterne zu den Signalen geht?
    Bei Propangas beleuchteten Laternen gab es das schon nicht mehr. Diese brannten ständig und die Flaschen wurden dann in Zeitabständen von etwa 2 Wochen mit dem Skl getauscht. Auch das natürlich eine auf der Modellbahn machbare Szenerie.


    Hier noch eine DB-Anweisung dazu.

    Die langlebigsten Petroleumlaternen waren die allseits bekannten Zugschlusslaternen
    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]

    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    Diese tägliche Laternensammlung am späteren Nachmittag im Stuttgarter Hbf konnte ich noch selber in den 80er Jahren erleben


    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    Vor allem auf Güterbahnhöfen standen bei den Rangiererbuden immer ein paar solcher - brennender - Laternen rum

    Wenn wir schon bei den Signalen sind:
    Stellwerke und Wärterposten hatten stets Sh2-Scheiben und Laternen vorrätig und damit das regelmäßig kontrolliert werden konnte mussten die an einem festgelegten Werktag in der Woche vom Gleis gut sichtbar aufgestellt werden.


    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    hier ein Bild von 1955 solch einer Sammlung von Signalmitteln an einem Schrankenposten,


    [size=8]Bild: Eisenbahnstiftung[/size]
    hier an diesem Stellwerk in Rendsburg mit den zugehörigen Petroleum-Signallaternen

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited 4 times, last by Michael Staiger (August 13, 2023 at 5:41 PM).

  • Hi Thomas
    EHS (Environment, Health & Safety) war damals kein Thema!
    Ich kenne Fotos, um 1920-30 aufgenommen in den chemischen Laboren der Uni Wien, wo Professoren genüsslich mit einer Zigarette im Mundwinkel ihre Studenten bei Experimenten und Ansätzen betreuen - und die Flasche mit Ether steht in Griffweite! Einer meiner Professoren an der TU Wien hat noch um 1990 in den Laborkursen Natriumstückchen ganz cool zwischen den Fingern gewutzelt um dadurch eine schöne Kugel zu formen damit man diese ohne Probleme durch den engen Kolbenhals in den Ansatz einbringen kann!
    Heute (zu Recht) unvorstellbar!
    Aber zur Ehrenrettung des oben abgebildeten Bahnbeamten: vielleicht hat er seine Pfeife ja nur kalt geraucht? =)
    LG
    Anton

    °Wie isst man einen Elefanten auf? - Bissen für Bissen!" - Indische Weisheit

  • Grüßt Euch !

    Michael ein schöner Beitrag aus alten Zeiten. So ähnlich kenne ich das

    noch aus Zeiten der Petroleum Schlußlaternen. Im Neusser Gbf gab´s neben

    der Rangierbude extra einen Raum zur Pflege der Schlußlaternen.

    Später war er Laderaum für die Akkus der elektrischen Lampen und Funkgeräte....

    .......und auf dem Post/Gepäckbahnsteig Gleis 5 in Neuss steht bis heute

    ein Holzschuppen mit zwei Grove Lüftern oben drauf. Das Emaille Schild

    in Fraktur : Zutritt für Unbefugte verboten, durfte ich mir vor Jahrzehnten abschrauben.

    Was war das für ein Schuppen? Es war der Karbidschuppen für die Handlampen der

    Rangierer und Zugmanschaften. Gesagt hatte mir das niemand, aber das verrostete

    Schild "Nicht mit Wasser löschen" war Erklärung genug. Solche Dinge sind auf einer Modellbahn

    das Salz in der Suppe......

    Gruß Wolfgang

  • ein schönes Thema hast du da angestoßen.
    Etwas zu Oberwagenlaternen findet sich auch auf den Seiten des Bahnhof Lette: ;guckstduhier; http://www.bahnhof-lette.de/fileadmin/file…lusslaterne.pdf
    und bei lokschilder.info: ;guckstduhier; https://www.lokschilder.info/Owala/Owala.htm
    Noch ein schönes Bild findet man auf pinterest: ;guckstduhier; https://i.pinimg.com/1200x/bb/b4/42…6f61f82701c.jpg

    LG Martin

    PS.: Sh2 Lampe /Wärtersignal- bzw. Stocklaterne sowie Zugschlusslaterne mit Klemmhalterung waren unter anderem auch Thema im letzten Rundbrief 4/2023 von Andreas Schuster

  • Hallo Einser,

    hab mal den Titel des Beitrags angepasst, da ja dankenwerter Weise einig etwas dazu schreiben und es auch um den Aufwand mit Gaslaternen an den Signalen geht.
    Mein Freund S. B. hat einen weiteren Beitrag zum Behandeln der Gasbeleuchtungen der Signale geschrieben, der dann auch von anderen noch ergänzt worden ist. Dort werden auch Gasflaschen-Skl gezeigt.
    Vor diesen 6-Wochenflaschen gab es Gasflaschen die alle zwei oder vier Wochen gewechselt werden mussten - das Licht brannte ja ständig!
    Diese Flaschenwechsel wurden damals natürlich von örtlichem, darin unterwiesenem Personal durchgeführt.


    [size=8]Bild: S.B.[/size]
    dafür gab es dann in Signalnähe solche Pfosten mit einer Vorrichtung um die leere Flasche von der Laterne zu lösen und die volle wieder anzuschrauben. Dabei wurde die Flasche in den Bügel eingespannt und die Laterne abgeschraubt und an dem Haken rechts eingehängt.
    In Bahnhöfen könnte ich mir diese Montagehalterung auch an Gebäuden oder Zaunpfosten vorstellen.


    Auf Signalbrücken gab es damals sicherlich auch solche Flaschenhalter damit man nicht zum Demontieren runtersteigen musste.
    Erst mit dem Erscheinen der großen Propangassignalwartungszüge (ab Ende der 60er) Klv 95/96 wurde dann von deren Personalen die Flaschen gewechselt

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited 2 times, last by Michael Staiger (August 15, 2023 at 12:03 AM).

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