• Hallo Einser,

    noch bin ich beim Drehscheibenantrieb mehr in der Planung:


    Die Antriebskonzeption mit Zahnriemen und Schrittmotor erfordert unter der Drehscheibengrube so einigen Raum der nicht in die Durchfahrtshöhe eingreift. Der blaue Trägerquerschnitt ganz links zeigt den einzuhaltenden Abstand zu den Gleisen darunter, zum Glück hatte ich den Bw-Bereich eigentlich nur aus optischen Gründen 20mm höher gelegt die jetzt hier beim Antrieb helfen. Durch zusätzliches Ausdrehen der anderen Riemenscheibe konnte ich die noch 1,5mm höher setzen. Auf (oder unter?) die mittige Riemenscheibe kommt noch eine ringförmige Leiterplatte zur Stromversorgung die durch die Hohlwelle an die Schienen und zum Decoder geführt wird.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo Einser,


    In die Drehscheibengrube musste zunächst ein neues Zentrum (Königsstock) und die Zwischenwelle nebendran in die Platte eingesetzt werden


    mit je zwei übereinander sitzenden, balligen d. h. selbst zentrierenden Kugellagern.


    Die Lagerschilde geben den Kugellagern die Möglichkeit dass sie sich an der Welle ausrichten und keine Verkantung entstehen kann.


    Beim Königstock hab ich die Lagerschilde wg. der Optik deutlich verkleinert.


    Nach dem die Riementriebe für die Drehscheibe fertig waren wollt ich heute natürlich unbedingt die Steuerung testen. Vor allem auch um zu sehen ob die Riemen wie gewünscht auf den Scheiben bleiben, denn nur die kleinen haben einen Rand. Aber auch nach vielen Umdrehungen ist noch alles ok.


    Das Stück Flach-Alu, das ich zunächst zur Positionierung des Königsstocks verwendete, dient nun als Bühnenersatz für die Probeläufe beim Programmieren. Dann setzte ich mich mit der Bedienungsanleitung an die mit provisorischen Beinen versehene Drehscheibenplatte.


    Die Tastatur ist etwas gewöhnungsbedürftig, die Tasten sind sehr eng und die Ziffern auf dem Display "springen" gern eine Stufe weiter als man gedrückt hat aber es ist eine Drehscheibe für mehrere Abgänge vorprogrammiert so dass man gleich mal drehen lassen kann um zu sehen wie man Zufahrten anfährt bzw. eine 180°-Drehung "veranstaltet".
    Durch den zweigängigen Riementrieb komm ich auf eine Übersetzung von 1:64, das sind 12 800 Motor-Schritte für eine Umdrehung, das ergibt dann eine "Schrittlänge" von 0,17mm an den Bühnenenden. Das heißt man kann einen Gleisanschluss sehr präzise anfahren. Und der Schrittmotor blockiert dann mit einstellbarer Leistung, man braucht also keine Verriegelung!
    Mit 10 Zufahrtsgleisen muss man 20 "Zufahrten" eingeben und deren Positionen programmieren um gezielt mit dem gewünschten Bühnenende die Zufahrten anfahren zu können. Da das nicht gleich klappte hab ich heut bestimmt 6Std umeinanderprogrammiert aber letztendlich dann doch wie vorgesehen hinbekommen.
    Jetzt muss ich die umgearbeitete Bühne wieder zusammenbauen und einen Befestigung für die neue Drehachse bauen.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited 4 times, last by Michael Staiger (September 12, 2025 at 2:26 PM).

  • Hallo Einser,

    hatte ja schon die ganze Zeit über eine gute aber möglichst einfache Verbindung der Drehscheibenbühne


    mit dieser Antriebswelle gegrübelt. Dabei muss die Durchgangsbohrung zur Stromzuführung auf die Bühne erhalten bleiben!

    Nachdem ich meine Materialbestände durchsuchte fand ich ein Stück 50mm-Rundalu


    die ich unter Erzeugung vieler Späne zur neuen Antriebswelle zerspante


    Als Mitnehmer dienen die Köpfe zweier etwas unterlegter M4er Inbusschrauben. Falls die zwei für das erforderliche Drehmoment einer schweren Lok nicht reichen würden, hab ich noch weitere Gewindebohrungen hinzugefügt.


    Zwei passende 7mm-Bohrungen ergaben einen wackelfreien Sitz in der 8mm-Pertinax-Grundplatte der Bühne. Die beiden quer liegenden Bohrungen stammen noch vom ursprünglichen Drehpunkt. Das mittlere Loch dient der Stromzuführung. Da drauf kommt noch eine weitere 5mm-Pertinax-Platte mit den Schienen.


    Mal schnell ein Gleis draufgelegt und gleich die schwerste Lok mit über 8kg draufgestellt und ein paar Runden drehen lassen. Es scheint jetzt eine Art Getriebespiel entstanden zu sein, das sich aber mittels Programmierung herausrechnen ließe. Da aber noch keine Schienen montiert sind kommt das erst dann wenn!

    Der Probelauf im Video (klick) mit dem Antriebs-Sound!

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited once, last by Michael Staiger (September 14, 2025 at 3:45 PM).

  • bester Michael,

    vorab meinen grossen Respekt gezollt für diese Arbeit in Eigenleistung. ganz kleine Frage, habe ich es richtig verstanden, die Stromzufuhr erfolgt mittig durch eine zentrale Bohrung ? und die Kabel unter der Scheibe/Grube verlaufen dann wie ? weil du ja von einer lichten Freiräumigkeit in der darunter liegenden Schattenbahnhofsperipherie sprichst ?

    Gruss Mike

  • Hallo Mike,

    danke für das Lob, mache das einfach aus Spaß an der Freude.

    Die Stromzufuhr soll von der Riemenscheibe durch die hohlgebohrte Antriebswelle zu den Schienen geführt werden


    Die Unterkante der Riemenscheibe erreicht knapp die Höhenbegrenzung der darunter liegenden Gleise. Sollte es zu knapp werden für angehobene Pantos kommt eine Abdeckplatte drüber.


    Auf oder von unten an die Riemenscheibe kommt so eine Platine (vielleicht eine schönere ;) ) auf die mit Kontaktschleifern der Strom übertragen wird. Hatte da zunächst nur zwei Ringe vorgesehen aber dann doch vier daraus gemacht falls ich doch noch mehr als nur den Schienenstrom übertragen will.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hatte da zunächst nur zwei Ringe vorgesehen aber dann doch vier daraus gemacht falls ich doch noch mehr als nur den Schienenstrom übertragen will.

    Sehr vernünftig! Wie wäre es mit digital Strom zum schalten von Decodern die

    a) Beleuchtung im Bedienhäuschen schalten?

    b) Gleissperrsignale schalten?

    Der Decoder den Du hast kann per Aux Ausgängen melden, wenn die Bühne bewegt wird, also z.B. ein Gleissperrsignal SH0 schalten. Steht die Bühne, gilt SH1. So plane ich das bei meiner Schiebebühne, die ich gerade fertigstelle.

    Weiterhin viel Erfolg wünscht

    Kalle

  • danke Michael,

    wie immer mit schneller Antwort. ich will nicht sagen, dann bin ich ja beruhigt was du jetzt zum Besten gibst im Detail von wegen Dauerkarussellfahrt nur in eine Richtung...

    ich habe nicht ohne Grund gefragt, da ich mich schon zweimal für eine sogenannte Schleifringkapsel entschieden habe so vor ca. 20 Jahren ohne Zwang einer Berücksichtigung an Einbautiefe, und die natürlich auch Geld kostet je nach Polanzahl.

    aber da ich es noch einmal wissen möchte eine andere Art von Drehscheibe zu erstellen, sucht man immer noch Lösungen, die allemal adequat einem erscheinen. und es hat schon was mit der vorgestellten Abschaltung/Anhaltung, was bei mir damals und heute nur mit Augenmass erfolgt. und die geringe Zahnriemenantriebskonstellation ist natürlich auch eine Lösung schlechthin, wenn man ggfs. im Modulbau eine selbige implementieren möchte, sagt/hofft ja eben auch mit einem Dankeschön für so viel Input deinerseits :

    Mike

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  • Hallo Mike,

    ungefähr so einen Schnecken-Antrieb hatte ich mir auch überlegt, sah da aber in der Bauhöhe das Problem bei meiner Anlage. Und ein Eigenbau-Schneckentrieb mit etwa 60cm Abstand des Motors zum Drehpunkt wäre recht aufwändig geworden, ganz abgesehen vom Zahnspiel das sich dann zu den Bühnenenden hin vervielfältigt. Schon jetzt mit den beiden Riementrieben hab ich mehr "Spiel" als erwartet. Zum Glück kann das mit der Steuerung justiert werden.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo Einser,

    mein Dampflok-Bw orientiert sich am einstigen Bw Reutlingen, das leider im Krieg völlig zerstört wurde.


    Bild: Eisenbahnstiftung, Bellingrodt 1931
    Außer ein paar Bildern


    und Zeichnungen bleib nichts übrig


    Der Grundriss zeigt den Gleiswinkel von 7,5°, den ich übernehmen wollte aber statt der 16m eine >23m-Drehscheibe.


    Bei der Planung zeigte sich dann dass bei einem 760mm Durchmesser sich die Schienen genau am Bühnenrand treffen. Deshalb werden sie dort verlötet und bekommen ein gemeinsames Strompotential während die Polarität der Drehscheibengleise sich mit einem Duo-Frog den Strahlengleisen anpasst.
    Das Schuppengleis 1 entspricht der Vorbild-Länge während die anderen Gleise länger werden damit jede Lok reinpasst.


    Um die passend zugeschliffenen Schienen korrekt verlöten zu können fräste ich mir aus einem Alu-Winkelrest eine Vorrichtung


    Damit ging das Verlöten dann passgenau


    und mit etwas befeilen der Schienenfüße geht auch ein Schienenhalter drauf


    Erstes Probeliegen,


    an der Drehscheibenrand kommt eine "Betonplatte" für die ersten drei Schienenhalter, dann bis zum Schuppen normale Schwellen mit 80cm (25mm) Abstand für "untergeordnete Gleise.

    Aber jetzt gehts erst mal an der Drehscheibenbühne weiter

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited once, last by Michael Staiger (September 17, 2025 at 11:21 PM).

  • Hallo Einser,

    hab jetzt mal die aufwändigsten Anschlussgleise mit Schwellen versehen. Wie schon geschrieben haben die Schwellen statt 20mm nun 25mm Abstand bekommen wie er für Nebengleise üblich war und hier die Schwellenanordnung vereinfachte


    sechs der Gleise führen mit 7,5°-Teilung in den Rundschuppen während das siebte Gleis links, das in die Werkstatthalle führt, einen größeren Abstand hat. Das linke Gleis liegt nur provisorisch um das mit der Schienenhöhe zum Bühnengleis zu testen.


    Noch liegen die 7,5°-Gleise 5mm zu tief, während das linke (noch provisorische) Gleis bereits auf 4mm Gummigranulat liegt. Etwa 10 cm bis zum Drehscheibenrand wird noch 1mm unterlegt um zu verhindern das leicht rollende Wagen in die Grube fallen. So mit etwa 3-4cm Abstand vom Grubenrand kommt ein Bohlenweg hin damit die Preiserbahner nicht über die Schienen stolpern müssen.
    Die Drehscheibenplatte wird jetzt komplett betriebsfähig gemacht, alle Drehscheibenstellungen genau passend programmiert und erst dann in die Anlage eingesetzt. Da muss dann nur noch der Fahr- und der Steuerstrom angeschlossen werden.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo Jörg,

    hier mein Verdrahtungsplan


    Das Gleis auf der Drehscheibe wird an eine Kehrschleifenschaltung (Duo-Frog) angeschlossen und passt sich somit problemlos der vorhandenen Strahlengleis-Polarität an.. Nur die Zufahrten links und oben werden in der Polarität von der Anlage bestimmt, während die sechs 7,5°-Strahlengleise wg. der verlöteten Schienenenden immer wechseln. Dabei orientierte ich mich an der einzigen Durchfahrmöglichkeit von links ins Schuppengleis 4 dass hier durchgehend gleich Polarität vorhanden ist. Die Polarität der nicht farbigen Gleise ist eigentlich egal, werden aber meinem System dass die Innenschiene (des Gleisovals) rot ist, angepasst.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo Herr Staiger,

    ich verfolge ja regelmäßig den Bau Ihrer Spur I Anlage, den ich sehr bewundere. Einige Tipps habe ich auch beim Bau meiner Spur 0 Anlage berücksichtigt. Besonders interessant auch der Ein-und Umbau der ursprünglichen Drehscheibe, die ich ja vor 17 Jahren gemacht habe.

    Weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Bau der Anlage

    Grüße aus Berlin

    Michael Schulz

  • Hallo Michael,

    wir kennen uns ja auch persönlich deshalb denke ich müssen wir uns hier nicht so förmlich ansprechen?

    Der Drehscheiben-Bausatz hatte damals nicht nur mich fasziniert und eigentlich wollte ich sie in ein Modul einbauen. Als dann Andreas Besthorn das so gemacht hatte wurde mir klar dass da mehr Aufwand dahinter steckt als ich dachte.


    Da ich noch eine "Gartendrehscheibe" für LGB hatte wurde die für Modultreffen umgerüstet


    und heute tut sie Dienst im Schattenbahnhof, händisch vom Anlagenrand bedient.

    Der Umbau deiner Drehscheibe war notwendig geworden

    da sie 2m vom Anlagenrad weg liegt. Der Schrittmotor ermöglicht nun Zehntelmilimeter genaue Positionierung und erspart die Verriegelung.


    Die ersten Gleise sind fix montiert und auch auf der Bühne liegen die Schienen. Jetzt geht es an die weitere Ausgestaltung der Bühne mit Laufstegen, Handantrieb und Bedienhäusle. Auch ein Decoder für den Sound - vom Schrittmotor hört man ja nix - und einem Servo fürs Gleissperrsignal kommt noch dran. Der Dauerregen passt gerade für diese Basteleien ;)

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Hallo Einser,

    bastle noch an der Drehscheibe rum


    hab den Bühnenbereich für den Handantrieb rechts deutlich verkleinert, der war ursprünglich gleich großflächig wie fürs Bedienhaus links. Dann wurden die Laufstege durch weitere MS-Winkel stabilisiert und die Geländer entsprechend angepasst.


    Die Laufstege bekamen Unterlagen aus 3mm-Sperrholz auf die dann die "Holzbohlen aus 1mm-Furnier geleimt werden. Das zugehörige Bedienhäusle hab ich zusammengeklebt um es einpassen zu können.


    Da mir Rainer Hipp eine neue Türe laserte konnte ich die am Häusle dargestellte Türe heraustrennen um die neue dann offen anzubringen, so dass der Bediener zum zielgenauen Fahren rausschauen kann. Das abnehmbare Dach hab ich aus MS-Wellblech gestaltet und an der Unterseite ein 1,5mm-MS-Blech angelötet zur Positionierung und guter Auflage.
    Zwischen die Schienen kommen irgendwelche Riffelblechabdeckungen auf ungefährer Schienenkopfhöhe so dass die - nicht vorhandenen - Riegel verdeckt sind.

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

    Edited once, last by Michael Staiger (September 27, 2025 at 10:36 PM).

  • Hallo Einser,


    bei meiner Schulz-Drehscheibe waren auch Furnierzuschnitte für die Laufstege der Drehscheibenbühne dabei die ich gerne nutzen wollte. Mit Ponal leimte ich die auf die angepassten 3mm-Sperrholzbrettchen und beschwerte sie gleich damit sie sich nicht krümmen. Die Flach-Aluschiene dient zur Überprüfung der winkligen Lage der Furnierstreifen und das Stück Flachmaterial mit dem Gewindeloch als Anschlag damit kein Streifen übersteht.


    Pro Laufsteg saß ich etwa 3 Std um in meditativer Arbeit die Furnierstreifen drauf zu leimen. Tags darauf wurden sie dann mit dem Schleifklotz eingeebnet.


    Heut nun wurden die Stege mit mattschwarzer Revell-Farbe patiniert. Zwischen den Schienen plane ich Rautenblech-Darstellungen in Schienenkopfhöhe. So sind die - nicht vorhandenen - Verriegelungen nur durch angedeutete Abdeckungen erkennbar. Möchte das mit Kunststoff-Rautenblech ausführen um möglichst enge Spurrillen machen zu können. Weiß jemand, wer solches Rauten-, Warzen- oder Riffelblech in Kunststoff herstellt?

    Grüße aus Lichtenstein (Württemberg)
    Michael

  • Weiß jemand, wer solches Rauten-, Warzen- oder Riffelblech in Kunststoff herstellt?

    Dazu gab es vor einiger Zeit einen guten Tipp, der in der Ausführung 0 Euro kostet. Ggf. wäre das auch hier möglich.

    Alter Wiedereinsteiger
    November 12, 2024 at 12:15 AM

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