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Donnerstag, 30. Oktober 2008, 16:47

Bau eines Lokschuppens, Teil 1 – Fundament, Gruben, Achssenke

Moin, Spur Einser,

hier der erste Teil eines dreiteiligen Bauberichts über den Bau eines Lokschuppens.

Schon als mein Modellbahnerherz noch für HO pochte, wollte ich den Schuppen meiner Geburtsstadt Wilhelmshaven nachbauen. Dazu ist es aber nie gekommen.

Bei meiner ersten Spur-1 Anlage hatte ich dann endlich Gelegenheit, meinen Wunsch teilweise umzusetzen.

Der Wilhelmshavener Lokschuppen war ein Rechteckschuppen und hatte vier Stände. Für uns platzgeplagte Anhänger der Königsspur ist ein Rechteckschuppen wesentlich günstiger unterzubringen als ein Ringlokschuppen.

Das Besondere wenn nicht gar Einzigartige an dem Schuppen war, dass sich an der Rückseite ein Wasserturm befand, durch den ein Schornstein durchgeführt worden war. Dadurch wurde das Wasser im Tankbehälter immer warm gehalten. Hier mal ein Bild vom Original [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/190,1lokschuppenoriginalOS7W3.jpg][/url] (Aufn. Fitter, Slg. Neumann) und eine vergleichbare Aufnahme von meinem fertigen Modell. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/191,2lokschuppenfertig865N8.jpg][/url]

Der Schuppen wurde 1961 zum Betriebswagenwerk degradiert und vor ein paar Jahren abgerissen. Seitdem liegt die Fläche brach...

Weil ich für den Werkstattanbau, den Wasserturm und den Schornstein keinen Platz auf meiner Anlage hatte, habe ich den Turm und den Schornstein einfach auf den Hintergrund aus blauem Zeichenkarton aufgemalt. Da der Himmel schon 70 cm über der Erdoberfläche zu Ende war, musste auch der Schornstein um ca. 10 Originalmeter gekürzt werden.

Begonnen wurde der Bau am Fundament, als Baumaterial kamen wieder Kunststoffplatten (siehe Info zum Baumaterial Kunststoffplatte) zum Einsatz.

Neben den vier Kanälen war auch eine Achssenke vorgesehen. Auf der Grundplatte waren die Öffnungen dafür bereits ausgesägt worden. Für die Gleise wurden links und rechts der Untersuchungsgruben Holzleisten (5 x 10 mm) verlegt und darauf gekürzte Hübner Schienenstühle in vorgebohrten Löchern installiert und damit die Schienenprofile befestigt. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/192,3fundamentZC9YQ.jpg][/url]

Die Untersuchungsgruben wurden komplett am Basteltisch erstellt und dann von unten in die ausgesägten Öffnungen eingefügt und festgeklebt.

Die Bemalung des Fundaments und der Gruben erfolgte mit grauer, weißer und sandfarbener Plakafarbe, die mit einem breiten und mit einem runden Pinsel nach Gefühl vermischt und aufgetragen oder aufgetupft wurden, bis es mir gefiel.

Wie beim Original erhielten auch meine Gruben eine Beleuchtung. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/194,4lokschuppenoriginal5RQ9G.jpg][/url] Die Vertiefungen, in denen die Lampen angebracht waren, konnte ich allerdings nicht so weit in die Seitenwände einlassen, dass die Lampen darin komplett verschwanden. Verhindert wurde dieses durch Holzleisten, die ich zwischen den Ständen unter der Holzplatte als Versteifung angebracht hatte. Tja, schlechte Planung. (Ich muss zugeben, ich hatte gar nix geplant :]).

Für die Untergrundbeleuchtung wurden 64 weiße LED angeschafft. Pro Lampe waren zwei LED, ein Stück weißer Strohhalm, ein Stück Plastik U-Profil, zwei kurze Plastikstreifen und zwei weiße Papierteilchen aus einem Locher erforderlich. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/195,5kanalbeleuchtungUMV46.jpg][/url]

Die Leuchtdioden wurden auf der Rückseite schwarz bemalt, damit das Licht nicht in diese Richtung durchscheinen konnte. Das Strohhalmstück wurde der Länge nach aufgeschnitten, in jedes Ende wurde eine Diode gesteckt und der Halm mit der aufgeschnittenen Seite nach unten auf dem U-Profil befestigt. Durch vier Löcher in der Wand wurden die umgebogenen LED-Drähte gesteckt und das U-Profil festgeklebt. Zum Abschluss wurden die aus Plastikstreifen gebogenen Endstücke und die aus den Papierresten aus dem Locher hergestellten Endverschlüsse aufgeklebt.

Auch die Achssenke wurde mit entsprechenden Lampen ausgerüstet. Diese Achssenke wurde nach Fotos aus dem Wilhelmshavener Lokschuppen und dem Bw Anhalter Bahnhof erstellt. In Anlehnung an eine entsprechende Vorrichtung im Technik Museum Berlin wurde auch eine fahrbare Hubvorrichtung gebaut. Die Hubgewindespindeln bestanden aus echten Gewindestangen, weiter kam Riffelblech und Plastik zum Einsatz. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/196,6achsheberSXF4S.jpg][/url]

Die obere Abdeckung der Achssenke bestand aus nachgebildeten Holzschwellen aus Balsaholz und in den Kanälen aus Blechbrücken aus Pappe, Plastikstreifen und Riffelblech, die mit jeweils vier Ösen versehen waren, an denen sie bei Bedarf vom Bw-Personal aus dem Kanal gehoben werden konnten. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/197,7achssenkeFRLGY.jpg][/url]

Da mag sich nun der Leser fragen, wozu dass Ganze, sieht man ja von draußen doch nicht. Stimmt, hier stand ganz einfach der Bastelspaß und der fotografische Ergeiz [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/198,8achswechselDLVJD.jpg][/url] im Vordergrund. Noch mal, glaube ich, würde ich dass nicht machen.

Apropos fotografischer Ehrgeiz: wer das Bild Nr. 3 genauer betrachtet, wird an den Rändern des Fundaments mehrere kurze, ca. 1 cm lange Schlitze entdecken. Diese dienten zur Befestigung der Seitenwände, die nämlich nur gesteckt werden sollten und damit für fotografische Zwecke je nach Motiv alle abnehmbar blieben.

Zum Abschluss des ersten Teils ein Bild über die eingesteckten Außenwände. [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/199,9ausblickS7J3E.jpg][/url] Im zweiten Teil geht es dann mit Fenstern, Toren und den Wänden weiter.

Der Michel