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Samstag, 3. Januar 2015, 12:10

BR 44 1378 (?) als Zwilling ?

Hallihallo !

Ersteinmal ein gesundes neues Jahr ! Hab die letzten Abende öfter unterm Dach gesessen und nebenbei uralte Eisenbahnvideos geschaut . In einem Video über die BR 44 1093 schob eine kastrierte 44 nach. Man kann gut hören das die Lok unrund lief . Auch sprach der Lokführer ( Karl Heinz - m.E. ein Original vor dem Herrn) etwas von Mangel an gekröpften Achsen .

Dazu hätte ich ein..zwei Fragen :

Wurde die Treibstange des 3. Triebwerks "lediglich" ausgebaut ? Wie verhält es sich mit dem Gewicht welches auf dieser Treibachse fehlt ?

Oder lief das 3. Triebwerk einfach nur leer mit . Ginge Letzteres überhaupt wenn die gekröpfte Achse defekt ist -

Kam soetwas öfter vor ?

Für mich eine spannende Frage ....

Grüße Roland
fahre und sammle Epoche II - gehe aber auch schon mal fremd ;)

2

Samstag, 3. Januar 2015, 13:39

Hallo Roland,

ich habe auch dieses Video, und es gefällt mir sehr gut. Vor allem der Unterschied bei den 44er zwischen 3- und 2 Zyl. (wie sagte man in dem Film - Teppichklopfer-) hört man sehr gut.

Ich könnte mir vorstellen, wenn der mittl. Zylinder defekt war, hat man aus Kostengründen die Treibstange/Kolbenstange ausgebaut. Ich denke das das dann mit dem Massenausgleich (mittig) in Ordnung war.
Man hatte nur weniger Leistung. Konnte aber noch fahren.

Aber ich denke unsere Eisenbahner bzw. Ex.-E. wissen das.

Schöne Grüße
Jens

P.S. - Bei der Ausfahrt der 38er drehe ich immer die Lautstärke hoch.

  • »Gerald Thienel« ist ein verifizierter Benutzer

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3

Samstag, 3. Januar 2015, 13:53

Hallo zusammen...
die DR hatte in den letzten Einsatzjahren der BR 44 viele als Heizlok im Einsatz z.B. die 44 2546 (heute beim BEM aktiv!), die in Cottbus bis nach der Wende als "selbstfahrende Reisezug-Vorheizanlage" im Einsatz war....
Diesen Loks hatte man zur Senkung der Instandhaltungskosten einfach die "Mitte" stillgelegt. Damit war aber die Lok durchaus in der Lage 1x /Woche an die Bekohlung zu fahren.....
Natürlich hat das BEM dieLok im RAWMeiningen wieder komplettieren lassen, bevor sie nach Bayern aufbrach....

Das besagte Video kenne ich auch - es mag durchaus möglich sein, in den 60ern Loks ohne Mitte gefahren zu haben.... - lustig war das sicher nicht!

Beste Grüße
Gerald Thienel

________________________

In Oberbayern - da, wo andere Urlaub machen....

4

Samstag, 3. Januar 2015, 14:10

Hallo zusammen,

wenn man 44-1378 eingibt findet man unter Eisenbahnmuseum Heilbronn die Geschichte der Lok.
Mit dem Massenausgleich hab ich wohl daneben gelegen :( .

Schöne Grüße
Jens

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5

Samstag, 3. Januar 2015, 14:16

Hallo Roland,

Die 44 1378 ist eine Anfang der 1980er Jahre aus einer Öl-44er zurück gebaute fahrbare Heizlok gewesen. Dies war beim Bw Gera beheimatet. Da die Lok nur als Heizlok zur Verfügung stehen sollte, baute man beim Rückbau die mittlere Treibstange aus und legte den Innenzylinder lahm. Es gab mehrere 44er welche so umgebaut wurden. Es gab sogar eine entsprechende Dienstvorschrift welche den Einsatz einer solchen kastrieren 44er im regulären Zugdienst untersagte. Das besagte Video wurde vom Ek-Verlag 1989 / 1990 gedreht und in dieser Zeit war ja bekanntlich alles möglich. Sogar Bw Karl-Marx-Stadt - Hilbersdorf wurde zum Bw Saalfeld umdekoriert.

Gruß Jens

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6

Samstag, 3. Januar 2015, 21:05

Zwilling oder kastrierter Drilling

Hallo Roland,

Mit Besten Wünschen für das neue Jahr will ich mal versuchen,Deine Frage zu beantworten.

Nun als Heizer in der Endzeit der Bundesbahn interessierte ich mich im Gegensatz zu den Ferien oder Studentenheizer auf Zeit auch für die Technik,den Betrieb und Unterhalt,welches ja für den Betrieb auf der Museumsbahn sehr wichtig war.Fachkenntnisse waren damals genauso gefragt wie Geld.

Bei der Baureihe 50 erlernte ich durch einen guten"Meister" auch das lahmlegen einer Triebwerksseite.Kurze Zeit später brauchte ich diese Kenntnisse wirklich wegen verbogener Treibstange infolge Wasserschlags.Wir erreichten Rottweil mit unserem Zug,ohne Hilslok.
Hier in dem Link als Pdf-Datei steht im Kapitel VIII,was zu machen ist.

http://bt9.ch/files/lokbedienung_unterlagen_barth.pdf

Ich habe auch auf dem "Heizerschinder"(bei uns Br44 in der Personalsprache,wegen der Feuerbüchslänge und durch das Dreizylindertriebwerk flachere Feueranfachung gegenüber einer zweizylindischen 50iger.

Ich hatte immer drei Zylinder unterm Ars....
Allerdings weisst Du ja es bestimmt besser,was es alles bei den Ostgoten gegeben hat.Bei Euch war ja die Eisenbahn ganz oben und ja wirklich der wichtigste Antriebsmotor der Wirtschaft.

Es ist aber durchaus möglich das mittlere oder auch ein äusseres Triebwerk lahmzulegen.
Die Treibsstangen können dran bleiben,nur die Einströmung muss durch festlegen des Voreilhebels unterbunden werden.
Eine Unwucht ist bei Lahmlegung nicht zu befürchten und bei Ausbau der mittleren Treibstange wohl als gering einzuschätzen.


Gruss Wolfgang

Übrigens "Unser Dreizylindertriebwerk" funktioniert prächtig und hält Eltern,Oma und Opa mächtig auf Trab.

7

Montag, 5. Januar 2015, 11:13

Danke

für die ausführliche Erläuterung - und auch für das Einstellen der Dienstvorschrift .

Ich bin mehr aus überrascht das man eine Zweizylinderlok mit nur einem Triebwerk fahren lassen konnte - das hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können .

Also nochmals danke und viele Grüße Roland
fahre und sammle Epoche II - gehe aber auch schon mal fremd ;)

8

Montag, 5. Januar 2015, 11:37

Als die 01 1102 am 23.10.2004 auf der Rückfahrt von Amsterdam nach Deutschland nicht weiter fahren konnte als Hilversum, haben die Leute der VSM (www.stoomtrein.org) die Lok in der Nacht und am nächsten Tag umgebaut als Zwillingsmaschine (Schaden am Mittentriebwerk) und konnte die Lok mit einen Tag Verspätung weiter nach Deutschland fahren.
Ich habe auch mal gelesen daß die 18 201 in den 60er Jahren bei einer Fahrt nach Tschechien mit Schaden liegen geblieben ist, und eine der beiden Seitentriebwerke stillgelegt wurde so daß die Lok zurück nach Deutschland fahren konnte.

MfG,
Patrick

9

Dienstag, 28. Februar 2017, 09:17

Hallo zusammen,

um das Thema mal wieder zu aktualisieren...

Bei der Lok wurde lediglich die Treibstange ausgebaut.

Die 1378 steht seit ungefähr einem halben Jahr im BW Crailsheim. Sie wird dort wieder vollständig aufgearbeitet. die Kaltdruckprobe ist bestens verlaufen und bestanden. Derzeit werden die Pumpen, der Überhitzer und der Vorwärmer der Lok aufgearbeitet. Für die hier erwähnte fehlende "Mitte" steht bereits ein Angebot vom RAW Meiningen, sprich die Lok bekommt wieder ihr 3. Triebwerk.
Die Lok wurde ohne unser Zutun im Voraus von der ÜK-Variante soweit zurückgebaut, dass lediglich die fehlenden Führerhausfenster offensichtlich machen, dass die Lok als Übergangs-Kriegslok deklariert war. Die großen Ohren stehen der Lok besonders gut, obwohl ich finde, dass die Lok auch ohne Windleitbleche eine schöne Maschine wäre...

weitere Infos findet ihr auf unserer Seite (www.bw-crailsheim.de)

Geplant ist die Wiederinbetriebnahme zu den Dampfzugsonderfahrten zwischen Crailsheim und Schwäbisch Hall zum 15.Oktober 17. Allerdings kann ich heute nach eigener Einschätzung sagen, dass wir das nicht schaffen werden, weil der Liefertermin der Mitte sich bis in den Sommer hinein zieht.

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