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1

Samstag, 16. Februar 2008, 18:04

Trümmerbahn

Hallo zusammen

Habe mir diese Woche das Buch "Trümmerbahnen" vom Transpress-Verlag und das Buch "Mit Volldampf durch die Stadt" vom Lehmstedtverlag zugelegt. Ich war neugierig auf die Fotos in diesen Publikationen. Mein Fazit: 2 wirklich interessante, empfehlenswerte Bücher, die mich sehr inspiriert haben. Irgendwie ist das Thema Trümmerbahn kein schlechtes, würde ich mal so aus dem Bauch heraus sagen. Und eine gute Alternative zur "normalen" Schmalspurbahn. Klar irgendwie etwas exotisch und nichts für "heile Welt Freunde". Dafür aber sehr wenig Platzbedarf, "Gebäude"-Selbstbau bis zum Abwinken und Fahrzeugmodelle incl. Gleismaterial dafür wären auch erhältlich. Die Dampflok " Riesa" von Henschel, die Complexx anbietet, wäre z.B.authentisch( leider ganz schön teuer). Ebenfalls die Loren vom selben Hersteller würden genau passen. Mal noch ein paar Mal darüber schlafen und dann weitersehen...

Schöne Grüße
Matthias

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Matze« (6. Dezember 2013, 20:06)


Dieter Ruppel

unregistriert

2

Samstag, 16. Februar 2008, 18:32

RE: Trümmerbahn

Hallo Matze,

das bahn-historisch interessante Thema Trümmerbahnen ist auch im Video/DVD (?) "Trümmer, Dampf und Wiederaufbau", Bestell-Nr. 7274 von Gera Nova ein Thema, zumal es aus dieser Zeit - verständlicherweise - relativ wenige Filmaufnahmen gibt.

Dies zum Thema einer Modellbahnanlage zu machen, halte ich jedoch für geschmacklos. Gerade, wenn man ermißt, wieviel Leid und Tod dabei eine Rolle gespielt haben. Allenfalls als "stummer Zeuge", eben als Diorama, wäre es tragbar.

Das ist meine Meinung.

Schlafen Sie noch mal darüber.

Gruß
Dieter Ruppel

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dieter Ruppel« (16. Februar 2008, 18:43)


3

Samstag, 16. Februar 2008, 19:07

Geschmacklos???
Das kann ich nun wirklich gar nicht nachvollziehen. Ich fände es eher lehreich, besonders für Kinder und Jugendliche. So eine funktionsfähige Anlage könnte, vorrausgesetzt man baut sehr authentisch, äußerst plastisch und greifbar zeigen, wie unbeschreiblich hart der Alltag im und nach dem 2.WK für die deutsche Bevölkerung war und wieviel Improvisationstalent und Willenskraft nötig war um die schwerst zerstörten Städte wieder aufzubauen. Modellbau ist doch der Nachbau der Wirklichkeit im Kleinen, oder? Modellbahn SPIELEN ist natürlich etwas ganz anderes...aber damit habe ich persönlich nicht allzuviel am Hut.

Grüße Matze

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Matze« (6. Dezember 2013, 20:07)


Magister

unregistriert

4

Samstag, 16. Februar 2008, 19:59

Alles Ansichtssache....

Hi,
ich las hier mit Interesse die Idee von Matze - und tendierte zunächst spontan auch zur (durchaus begründbaren) Ansicht von Dieter Ruppel.
Doch das nachdenkenswerte Folge-Statement von Matze gibt doch was her, weshalb ich meine, dass man ein solches Thema dioramenmäßig auch mit Fahrbetrieb historisch überzeugend bringen "darf". Zumal Matze sich durch die verfügbare Literatur mit dem Thema und dem Zeitrückblick befasst hat.

Also, ich fände es durchaus interessant und würde gerne zu gegebener Zeit einmal ein Foto der Szenerie sehen, falls sich da was tut.

Völlig abartig (und tatsächlich jenseits jeglichen Geschmacks) wäre im Vergleich dazu m. E. ein Diorama oder eine Anlage, die irgendwelche schändlichen Verladeszenen zu KZ-Anlagen zeigen würde. Das wäre ganz daneben.

Aber "Trümmerbahn" - das hat doch was mit tatkräftiger Bewältigung und zukunftsgerichtetem Aufbau zu tun, es zeigt eben auch die schrecklichen Folgen eines jeden Kriegs auf. Insofern ist dies "real".
AL

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5

Samstag, 16. Februar 2008, 20:18

Hi,

ich denke eine wircklich gute Darstellung so einer Wiederaufbauszene mit Trümmerbahn könnte wircklich der Jungend den harten Alltag und die Entbehrungen der damaligen Zeit näher bringen. Diese Anlage könnte auch als Anerkennung eines Einzelnen an die Leistungen der Bevölkerung angesehen werden, die dort erbracht wurden. Vor allen Dingen die Frauen haben damals sehr viel geleistet, wenn man sich nur mal vorstellt welche Steinmassen bewegt wurden und wie viele Frauen als "Trümmerfrauen" gearbeitet haben und sich dann noch um die Kinder gekümmert haben.
Man darf das Thema natürlich nicht verniedlichen. Ich kenne da aus den 80igern eine H0-Anlage mit diesem Thema, wo es sehr gut umgesetzt wurde.
Ich wünsche Matze viel Glück für seine Idee.

Tobias
Steuerung: Uhlenbrock Dais II-Zentrale, Daisy 2, PC-Software Rocrail, Fahrzeugdecoder ESU Loksound

6

Samstag, 16. Februar 2008, 20:27

Hallo Forum,

...da finde ich persönlich die Thematik der Panzerzüge, "Olympialoks" ("Ohh toll, sogar mit Hakenkreuz" ), MFOR und den ganzen Kram viel geschmackloser.

Es grüßt der Oliver.
Schöne Grüße vom Oliver.

Magister

unregistriert

7

Samstag, 16. Februar 2008, 22:16

Na ja, .....

Hi, um mal wieder auf den Kern zurückzukommen:

Uns alle fasziniert doch in erster Linie an unseren Modellen das Technische - ob Feldbahn oder Schwerlast-Transportwaggon, ist ziemlich egal.

Klar, "Panzerzüge mit Hakenkreuz" - wie Oliver Kirschbaum es beschreibt, sind auch absolut nicht mein Fall, weil man diese Waffen vor dem Hintergrund eines teuflisch-mörderischen Vernichtungskrieges sehen muss.

Anders verhält es sich m. E. aber mit Schwerlast-Transportwaggons, die mit Bundeswehr-Leopard-Panzern beladen sind. Das sind vorbildgerechte Züge, wie man sie in den Sechzigern und Siebzigern häufig, z. B. zu Truppenübungsplätzen in Richtung Munster -Lager oder nach Frankreich, sah (ich selbst war Ende der Sechziger bei dieser Truppe 8o ). Rein technisch ist das schon beim Vorbild eine total spannende Sache, die Panzerverladung. Da kam es häufig auch zu Verlade-Zwischenfällen. Und immerhin: Damals zu meiner Zeit als Soldat war die Bundeswehr noch eine Verteidigungsarmee, jedenfalls glaubten wir das.... heute mit SFOR, MFOR usw. haben sich die Zielrichtungen gewandelt, da kann kritische Sicht bestimmt nicht schaden....da geht`s aber sehr schnell "geschmacklich" vom Modellbahnmäßigen in die dunklen Ecken der Politik.... ?(
AL

8

Sonntag, 17. Februar 2008, 12:24

Guten Tag

Habe mit großer Freude die einzelnen Beiträge zum Thema gelesen. Dabei hatte ich eigentlich mit mehr kontroversen Meinungen gerechnet.

Ich, als gebürtiger Görlitzer, also "Ossi", bin in einer Stadt aufgewachsen, die erstaunlicherweise im Krieg nicht bombardiert wurde und nicht zuletzt aus diesem Grunde, heute zu den schönsten Städten Deutschlands gehört. Vor 10 Jahren hatte ich noch ein kleines Baugeschäft. Hauptbetätigungsfeld war die Sanierung von Gründerzeithäusern, verbunden mit größeren Abrissarbeiten von unrettbarer, verfallener Bausubstanz. Dabei kam mir oft in den Sinn, wie viel Mühe es den damaligen Architekten um die Jahrhundertwende gemacht haben mußte, derartige Gebäude zu konstruieren und zu berechnen. Und auch die Leistung der Maurer und Zimmermänner dieser Zeit sollte man nicht vergessen. Man sah sich ebenfalls automatisch, beim Abbruch von Gebäudeteilen, in die Zeit um 1945 versetzt. So ähnlich muß sich das angefühlt haben-tonnenweise Schuttberge wegräumen. Übrigens, das ist auch heute noch eine Knochenarbeit, denn nicht immer steht helfende Technik zur Verfügung. Die Abrissarbeiten übernahmen zu Kriegszeiten in erster Linie die Bomber unserer "Befreier", wobei sie die damalige Bevölkerung auch gleich neben dem Wohnraum, von ihren Familienangehörigen und Freunden befreiten. Mir wird übel, wenn ich daran denke, dass Churchill meinte, dass man die Deutschen braten müsse. Man kann durchaus zu der Annahme kommen, dass die damaligen Führungseliten der verschiedenen, kriegführenden Nationen alle nicht ganz richtig im Kopf wahren. Hitler, Stalin, Churchill, Roosevelt und wie sie alle hießen, ließen alle im Namen der Freiheit, unendliches Leid über die Menschen kommen. Fakt dürfte aber auch sein, dass diese Führer im Grunde auch nur Marionetten, von im Verborgenen agierenden Kräften waren, die auch heute noch für die ständigen Kriege auf unserem Planeten verantwortlich sind. Genau diese Kriege dienten und dienen niemals den Interessen der Völker sondern einzelnen skrupellosen Lumpen. Sie zeigen auf erschreckende Weise, wie dumm das angeblich höchstentwickelte Lebewesen der Erde ist.

Ja und diesen Wahnsinn will ich nun schon seit einigen Jahren ins Modell umsetzen. Bis jetzt fehlte mir immer nur eine Idee, wie dies am besten möglich wäre. Als H0er versuchte ich mich im Bau von Ruinen, wobei ich erkannte, dass ich, bedingt durch meine beruflichen Erfahrungen, zu überzeugenden Ergebnissen kommen konnte. Allein der Maßstab war ein Problem. Am Ende sah man nur aus unmittelbarer Nähe die Details meiner Arbeit. Alles sollte größer werden und irgendwie wollte ich auch das Ganze mit der Modellbahn verbinden. Da mich hier alles, vom Adler bis zum Transrapid interessiert, läßt sich dies auch in Form einer Trümmerbahn ( für mich befriedigend) in die Tat umsetzen. Militärmodellbau in der bekannten Form lehne ich ab. Ich finde es einfach nicht realistisch genug, wenn Soldaten in irgendeiner Heldenpose "erstarrt" deben einem Panzer irgendwelche Kampfhandlungen andeuten. Außerdem möchte ich den Krieg nicht verherrlichen, sondern zeigen, wie unmenschlich er ist.
Wäre genügend Geld und Fläche vorhanden, könnte man auch normalspurige Fahrzeuge auf einem riesigen Funktionsdiorama zum Einsatz bringen. Entsprechend gealterte Lokomotiven mit Sound und Dampf a la KM1 könnten die gespenstische Szenerie noch zusätzlich beleben.

Es bleibt wohl ein unerfüllter Wunsch von mir, ein derartiges, vielleicht ca. 50 Quadratmeter großes Diorama, in einem der zahlreichen technischen bzw. Fahrzeugmuseen jemals realisiert zu sehen. Hier könnten sich ganze Schulklassen vom Elend der damaligen Zeit ein Bild machen. Dafür sind die Kassen aber leer. Lieber stellt man für ungeheure Summen Denk-/Mahnmale von untalentierten "Künstlern", penetrant plaziert in den Städten auf, die uns stets vor Augen halten sollen, wie schrecklich der Krieg ist und dass wir uns auf ewig schuldig gemacht haben. Kein Schwein interessiert sich aber in Wahrheit dafür. Warum auch, ist es doch lieblos und auf "Befehl" von oben zur Dauerbuße vorgesehen und auch nicht wirklich ernst gemeint. Wäre dies der Fall, würden deutsche Soldaten/Politiker nicht die derzeitigen Invasionskriege unserer ehemaligen Kriegsgegner unterstützen.

Traurig, aber wahr.

Ich werde mir überlegen, wie ich am schnellsten beim Bau der Ruinen vorankommen kann. Die momentan auf dem Markt befindlichen Sachen in dieser Richtung, halte ich für ungeeignet, da sie optisch nicht überzeugen können. Auch sollte das Funktionsdiorama zerlegbar sein. Da steht eine Menge Arbeit ins Haus. Wenn ich aber an die geschätzten 400 000 000 Kubikmeter Schuttmasse, westlich der Oder-Neiße nach dem Krieg denke, die damals aufgeräumt werden mußten, sehe ich der Sache schon etwas gelassener entgegen.

Schönen Sonntag
Matze

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Matze« (6. Dezember 2013, 20:08)


9

Sonntag, 17. Februar 2008, 14:04

Hallo Matze

erstmal herzlichen Glückwunsch das du Ossi bist. Selbst ich als gebürtiger Düsseldorfer muß sagen das die Landschaften um Dresden, Bautzen, Görlitz sowie die Lausitz zu den schönsten Gebieten Deutschlands gehören.

Im großen und ganzen stimme ich auch mit deinen Ausführungen in deinem Bericht überein. Krieg und seine folgen sind NIE im Interesse des Volkes. Es sei denn, man kann sich nach einem Sieg am fremdvölkischen ÖL bereichern. Damals wie heute. Mein ursprüngliches Epoche II fahren und meine Wehrmachts Panzersammlung bestanden allerdings nur aus einem Technischen Interesse heraus. Schon erstaunlich was zu damaligen Zeiten möglich war.

Heute bin ich der Meinung das gerade die Generation 1968 einen Hang zur Epoche 3 hat. Das sind Kindheitserinnerungen. Ich bin oft mit einem VT98 zur Oma gefahren und habe auch noch die ein oder andere Dampflok gesehen.

Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche nach passendem Material für dein Vorhaben.

Ich glaube das sich das Forum über einen Bericht und Fotos über dein Vorankommen freuen wird.

Gruß Micha
Mut zur lebensbejahenden Farbe.

RAL 7011 oder 7021

Gruß vom Michael

Dieter Ruppel

unregistriert

10

Sonntag, 17. Februar 2008, 16:04

Die Technik und deren Fluch

Hallo,

diesen Satz von "Magister" sehe ich als Grundsatz unserer Motivation:

"Uns alle fasziniert doch in erster Linie an unseren Modellen das Technische - ob Feldbahn oder Schwerlast-Transportwaggon, ist ziemlich egal."

Oder anders gesagt:

Was weiß der Schwerlastwaggon, was er gerade transportiert - und - was weiß der darauf verzurrte Panzer, wohin ihn der Schwerlastwagen fährt. (Die 4- und 6-achsigen Schwerlastwagen wurden in den 30-er Jahren entwickelt.)

Beides ist Technik und beides ist für technisch Interessierte ein Betätigungsfeld, solange dahinter keine Ideologie steht.

Magister, Ihnen müßte hier eigentlich der Widerspruch in Ihrem Beitrag auffallen, wenn Sie von den BW-Leos auf Schwerlastwagen schwärmen: so zufällig kann nämlich Geschichte sein. Vertauschen Sie einfach einmal die BRD mit der DDR. Dann wären nämlich unsere Panzer in den "Prager Frühling" marschiert. Oder die Briten, die im Falklandkrieg gegen ihre eigenen Waffen kämpfen mußten, als der Freund zum Feind wurde.

Ich interessiere mich z.B. für die Geschichte des Dritten Reichs, ohne ein braunes Parteibuch zu haben. Ich kann mich, Oliver Kirschbaum, ideologiefrei auch technisch für die Panzerzüge interessieren. Und ich kann mir auch Fotos aus den 30-er Jahren ansehen, auf denen Loks das Hakenkreuz tragen.

Jede Neuentwicklung hat zwei Seiten:
Atomreaktor - Atombombe
Waffen als Abschreckungs- und Mordinstrument, usw.

Entscheidend für die Anwendung ist der Mensch dahinter.


Nun zum jüngsten Beitrag von Matze:
Über Ihren Frust zum Ausspruch von Churchill - "unsere Befreier":

Sie haben doch hoffentlich nicht vergessen, daß wir Deutsche den Krieg angezettelt haben. Dann müssen wir uns über Äußerungen oder Handlungen der Alliierten nicht wundern.

Bleiben wir noch einmal bei den Alliierten: Was wäre geschehen, wenn es sie nicht gegeben hätte oder sie sich nicht gewehrt hätten? Wäre die Welt heute national-sozialistisch? Gott bewahre!

Das gleiche Spiel läuft heute immer noch: Wie lange kann die Welt zuschauen, z.B., Kuba-Krise, Jugoslawien, Überfall des Irak in Kuweit, Afghanistan, Abschlachtungen in Afrika, usw. ?

Und dafür gibt es Mahnmale, die uns dauerhaft mahnen sollen, keinen Krieg, aus welchem Grund auch immer, anzuzetteln - bis es der Letzte kapiert hat. Aber Alliierte, die werden wir immer brauchen - leider!

Nun wieder zurück zur Modellbahn.

Dieter Ruppel

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dieter Ruppel« (17. Februar 2008, 16:13)


Magister

unregistriert

11

Sonntag, 17. Februar 2008, 17:13

Das Technische und der Background...

Hi, liebe Leute, da haben wir doch mächtig das Technische mit dem politisch-historischen Background in diesen Thread gepackt. Sei`s drum, auch sowas kann überlegenswerte Denkanreize ins Forum bringen.

Wichtig finde ich, das dies - wie hier geschehen - doch sehr sachlich geschieht. Jeder darf schließlich seine individuelle Prägung und Sichtweise kundtun.

@ Dieter Ruppel:

Den "Schwärmerei"-Widerspruch sehe ich durchaus, was sich konsequent ausdrückte in meinem obigen Satz: "...Damals zu meiner Zeit als Soldat war die Bundeswehr noch eine Verteidigungsarmee, jedenfalls glaubten wir das.... ".
Ich füge gerne hinzu: Und dies glaubten sicher auch für ihren Bereich die meisten Ossis auf der Gegenseite, dass nämlich sie selbst als Armeeangehörige (vor allem als Wehrdienstleistende) zur Verteidigung des Ostens aufgerufen waren.

Als junger Leutnant und Panzerkommandant vor mehr als 35 Jahren war man eben stark geprägt von den damaligen politischen Verhältnissen und dem "neuen" Verteidigungsziel der "noch fühlbaren" Nachkriegszeit.

Niemals aber hätte uns damals jemand weismachen dürfen: "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt!" Wir waren tatsächlich auf Landesverteidigung fixiert, und zwar auf deutschem Boden.

Heute sind viele von uns - aber noch zu wenige - "wissend-kritischer" geworden und kennen viele Greueltaten nicht nur deutscher Uniformierter, sondern aller Armeen dieser Welt.
Das reicht von My Lei in Vietnam über den Bloody Sunday in Nordirland und die Verbrechen der Russen in Afghanistan bis zu den Irak-Verbrechen der angeblichen "Befreier".

Tja, und überall sind Fluch und Segen der Technik im Spiel - womit wir wieder bei unserem zum Glück ganz und gar "unblutigen" ausgleichenden Hobby wären.

Und da kann man historisch einfach mal anfügen, dass z. B. die Eisenbahnen und ihre Mannschaften gegen Ende des 2. Weltkriegs im Hinblick auf Flüchtlingstransporte zur Rettung von Zivilisten Großartiges leisteten. Belegt ist, dass Lokführer und Heizer oft bis zum Umfallen "gestocht" haben, unterwegs sogar Bäume als Brennmaterial fällten usw., um vorwärts zu kommen. Eisenbahnhistorie.....
Grüße!
AL

Edit:
Wer sich mal intensiver - speziell verhaltenskundlich - mit der Problematik "Aggression des Menschen" auseinandersetzen möchte, dem sei zur Lektüre K. LORENZ "Das sogenannte Böse" empfohlen. Auch T. LÖBSACK ("Der Mensch - Irrtum der Natur") bringt vertiefte Einsichten in unsere Existenz. Schließlich empfehle ich auch E. CANETTI "Masse und Macht".
Dies so als OFF-TOPIC-Buchempfehlung jenseits der Modellbahnambitionen!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Magister« (17. Februar 2008, 20:00)


12

Sonntag, 17. Februar 2008, 19:09

Guten Abend zusammen

Um wieder in Richtung Modellbau zu steuern, möchte ich anknüpfend an Magisters Lektüreempfehlingen, auf Bücher hinweisen, die in meinem Besitz sind und bestens für den Bau von Gebäudemodellen jeder Art als Nachschlagewerke geeignet sind. Es handelt sich um alle 3 Bände der 6.Auflage

"Typische Baukonstruktionen von 1860 bis 1960"

Verlag Bauwesen

Diese nicht gerade billigen Bücher sind jeden Cent wert. Gedacht sind sie für Architekten und Bauplaner in Sanierung und Denkmalpflege. Aber auch der Modellbauer kann hier aus einem riesigen Fundus genau den für ihn relevanten Themenbereich heraussuchen und erhält erstklassige Informationen. Die Bücher sind reich bebildert und auch für den Laien dadurch leicht verständlich. Angefangen von den verschiedenen Mauerwerksverbänden über die Ausführung von Gesimsen, Rundbögen, Hausschornsteinen, Unterzügen, Pfeiler, Treppen, Dachtragwerke, Holzbalkendecken, Erker, Balkone usw. bis hin zum Gebälk von Kirchtürmen reicht die Palette bautechnischer Erklärungen. Ich glaube behaupten zu können, dass es kaum bessere Veröffentlichungen in diesem Bereich gibt.

Für den ambitionierten "Häuslebauer" unter den Modellbauern ein erstklassiger und sehr empfehlenswerter Ratgeber.

Schönen Abend
Matze

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Matze« (6. Dezember 2013, 20:08)


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Beruf: Modelle für Modellbahnen

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13

Sonntag, 17. Februar 2008, 20:40

RE: Das Technische und der Background...

@ Magister

kann Ihnen nur zustimmen.
Ich möchte noch ergänzen

"Erich Fromm - Anatomie der Menschlichen Destruktivität"
"Albert Einstein - Sigmund Freud - Warum Krieg"

Gruss vom

Länderbahner

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Länderbahner« (17. Februar 2008, 20:42)