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  • »Marcel Bruse« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 13. Juni 2013, 11:29

Innengestaltung Gepäckwagen

Hallo Hobbykollegen,

nach längerer Zeit melde ich mich an dieser Stelle auch einmal wieder zu Wort, und zwar mit einer Frage an diejenigen, die die Epoche 3b noch selbst miterlebt haben und wohl am ehesten aus eigener Erfahrung Auskunft geben können: angesichts der sehr guten Innengestaltung der Km-1 D 36 wächst bei mir der Wunsch, diese auch bei den entsprechenden Gepäckwagen z.B. Pw4ü36 zu realisieren.

Die Frage, die sich nun stellt ist schlicht und einfach: WAS wurde eigentlich KONKRET in den Gepäckwagen eines "normalen" Schnellzuges transportiert? War dies in erster Linie -wie der Name ja sagt- Gepäck der Reisenden, welches vorher aufgegeben wurde? Wenn ja, wurde dies in entsprechenden Ladungseinheiten (Kolli's oder ähnlichem) zusamengefasst? Wurde auch Stückgut transportiert? Kisten, Fahrräder etc.? Gab es eine spezielle "Packordnung", ähnlich den Verladevorschriften bei der Güterverladung?

Die Recherche hat sich als ziemlich aufwändig erwiesen, bei dem mir vorliegenden Bildmaterial ist nämlich nirgends eine Aufnahme dabei, welche die typische Ladungssituation innerhalb eines Gepäckwagens zeigt...

Für Hinweise wäre ich sehr dankbar, viele Grüße an alle Foristen!

Marcel

  • »Ulrich Geiger« ist ein verifizierter Benutzer

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2

Donnerstag, 13. Juni 2013, 11:59

Hallo,
in den Gepäckwagen von Reisezügen wurde "nur" Reisegepäck und Expressgut, sowie evtl. Fahrräder, befördert. Stückgut wurde darin nicht befördert, weil dies auf Grund des höheren zulässigen Sendungsgewichtes mechanische Ladehilfen (wie Stapler, Palettenhubwagen etc. bedurft hätte. Reisezüge wurde ja an den Bahnsteigen während der kurzen Halte ladedienstlich behandelt und alle diese Ladegüter des Packwagens mussten durch eine Person während der kurzen Haltezeit "händisch bewältigt"werden können. Beim Reisegepäck waren es die in der damaligen Zeit typischen Reisebehältnisse wie Koffer, Taschen, Kinderwagen, Hutschachteln, Kartons. Beim Expressgut waren es diverse Behältnisse, wie z. B. kleine Kisten, Kartons, Körbe, Korbflaschen, Kisten mit lebenden Hühnern, Zeitungsdruckrollen, verpackte Fahrräder, Collico-Alubehältnisse (das waren verschieden große gemietete, wiederverwendbare und in leerem Zustand zusammengefaltete "Alu-Kisten), Teppichrollen usw. . Auch Postsäcke wurden in einigen Relationen in den Gepäckwagen mit befördert. Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt.
Ich wünsche viel Kreativitität und Freude beim Ausgestalten.
Ulrich Geiger
Ein Schwabe in Mittelhessen
- Wir können alles außer Hochdeutsch -
Anrede: Ich möchte nicht automatisch geduzt werden, sondern nur von persönlich Bekannten. Ich antworte nicht auf Beiträge ohne Klar-Namen und möchte von diesen auch keine Antworten!
(Avatar: mein Himalya-Khumbu-Trekk zum Yeti und noch rd. 5 Tages-Etappen zum Mt. Everest Base Camp, der Kleine Nepali an meiner Seite ist Sherpa-Guide Kumar, im Hintergrund v. l.n. r. Mt. Everest, Lotus, Lotus Shar)

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3

Donnerstag, 13. Juni 2013, 16:55

Hallo zusammen,

bezüglich der Fahrräder habe ich da noch eine Ergänzung....
Da meine Eltern kein Auto hatten - und wir in die Ferien die Fahrräder - mitnehmen wollten, wurden diese "aufgegeben".... Das lief so:
- Am Bahnhof gemeinsam mit der Fahrkarte die "Fahrradkarte" für die zu befördernde Anzahl von Rädern kaufen -> damit wurde quasi eine "Reservierung" ausgelöst.
- Am Reisetag rechtzeitig am Zug sein und das Fahrad zum Gepäckwagen bringen.
- Nach Ankunft des Zuges am Zielort das Fahrrad dort wieder abholen.
- Nachteil: mußte umgestiegen werden, dann mußte man auch das Fahrrad selbst in den anderen Zug bringen..... (das wurde schwierig, wenn für die Reisenden ein Kurswagen vorhanden war, für´s gepäck aber nicht....)
- Die Koffer mußten 1 - 2 Tage vor der Reise am Abgangsbahnhof zur Gepäckabfertigung gebracht werden, damit das das Gepäck schon am Ziel war, wenn man ankam.

Das was ich hier beschreibe, galt für die Zeit um 1960....
Spätestens seit der Abschaffung von Gepäckwagen hat sich das alles erübrigt und die Reisenden dürfen sich über Fahrräder in Einstiegsräumen und wertvollen Sitzbereichen der Regional- und Fernzüge ärgern!

Beste Grüße
Gerald Thienel

________________________

In Oberbayern - da, wo andere Urlaub machen....

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4

Donnerstag, 13. Juni 2013, 20:48

Packwagen

Hallo Marcel,

Als ich 1973 in Rottweil als Heizer anfing hatte ich meinen Hauptwohnsitz immer noch in Stuttgart.
Deshalb bekam ich zwischen Stuttgart und Rottweil Freifahrt.Bei Rottweiler Lokpersonal war ich immer auf der Lok.Bei anderem Lokpersonal half ich fast immer im Packwagen,weil das in den meisten Fällen Personal aus Rottweil war.
Die Zugmannschaft bestand aus Lokführer/Zugführer/Schaffner und Fahrladeschaffner.In Stuttgart,wenn der Zug an den Bahnsteig gedrückt wurde,kamen die Gepäckarbeiter mit den kleinen Akkuförderfahrzeugen und vielen vollen Gepäckanhänger und knallten den Packwagen voll.Manchmal geordnet nach Bahnhof oder Zollgut,manchmal aber auch wild durcheinander.Oft verzögerte sich durch das Einladen auch die Abfahrt.Dem Fahrladeschaffner wurde ein Stapel Frachtpapiere für die eingeladenen Sendungen überreicht.Wenn sich der Zug dann in Bewgung gesetzt hatte,ging es ans ordnen und überprüfen.Da der Schnellzug ja über die Schweiz nach Italien fuhr,wurde im vorderen Teil das Gepäck und Expressgut,welches über die Grenze ging gelagert,geprüft ob alles vollständig war,einschliesslich der Papiere.Dann wurde es in eine Zolliste für den Schweizer Zoll eingetragen.Wenn etwas nicht stimmte,wurde das Teil extra gelagert und in Singen/Htw ausgeladen.
Je nach Menge, Lust und Schaffenskraft,dauerte dieses Prozedere bis Böblingen/Eutingen oder Horb.Nebenbei musste auch noch das Gut,dass auf den Unterwegshaltebahnhöfen ausgeladen werden musste,sortiert ,eingeladen,ausgeladen etc werden.Wenn ich und das Zugpersonal mithalf,so waren wir manchmal schon in Eutingen mit dem Packwagen fertig.
Der Zugführer musste dann noch die Internationale Wagenliste und die Angaben für den Schweizer Bremszettel schreiben.
Übrigens wurde fast alles als Expressgut verschickt.In Tuttlingen war eine Mäusezucht.Da kamen immer viele Transportkartons mit lebenden Mäusen.Ansonsten Waren,die als Postpaket zu gross waren und schneller als Stückgut befördert werden mussten.

Gruss Wolfgang

5

Donnerstag, 13. Juni 2013, 21:43

Im Gepäckwagen

Hallo Spur-1-Freunde,

ist das Foto der DB in einem Gepäckwagen aufgenommen?

Auf dem Foto sehe ich rechts und links im Bild die Führungen von Rolltoren. Ist das ein eindeutiges Erkennungsmerkmal für einen Gepäckwagen?

Ich denke das Foto ist gestellt und deshalb frage ich mich, ob bei dieser gestellten Szene auch einige unstimmige Aspekte vorhanden sind, z. B. die Gitterbox?

Was meint ihr?

mfg

Benno
»Benno Brückel« hat folgendes Bild angehängt:
  • 1971stueckgut2.jpg
Henschel-Industrie-Diesellok und Güterverkehr im eigenen Hafen.

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6

Donnerstag, 13. Juni 2013, 21:55

Hallo Benno,
zu Deinem Bild: den Rolltoren nach zu urteilen, scheint es ein "Gepäckwagen" zu sein. Die Beladung ist - bis auf die Gitterbox-Palette - stimmiges Ladegut als Reisegepäck oder Expressgut. Gitterboxen gab es nur im Stückgut- und oder Wagenladungsverkehr.
Gruß
Ulrich Geiger
Ulrich Geiger
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7

Donnerstag, 13. Juni 2013, 21:58

Gitterbox

Hallo,
Eine Versendung einer Gitterbox war in seltenen Fällen,durchaus möglich.
Aber der Versende und Empfansbahnhof waren dann meistens Endbahnhöfe,weil zum Be und Entladen ein Gabelstapler benötigt wurde.Ebenso ein Hubwagen,um die Box im Gepäckwagen zu plazieren.
Was auf diesem Foto fehlt,sind die Sortierwagen,ähnlich wie heute im Supermarkt mit kleinen Rädern und einer Bremse,wo immer zwei auf einem Anhänger mit hydraulischer Höhenverstellung transportiert wurden.
Somit musste nicht jedes Pack oder Frachtstück,händisch ein und ausgeladen werden.
Übrigens ,auch Särge mit Inhalt reisten manchmal im Packwagen.

Gruss Wolfgang

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