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Donnerstag, 10. Januar 2013, 23:27

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Martin Luther 1483-1546
deutscher Theologe und Reformator

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Freitag, 11. Januar 2013, 00:14

Gegenwart

Moin Herr Wörz,

Ihr Gedankengang ist mir durchaus nicht unbekannt...

Inzwischen sehe ich aber an jedem Tag - und in jeder Nacht - wenn ich arbeite, Menschen,
bei denen die Uhr in sehr naher Zukunft oder genau in diesem Moment stehen bleibt:
durch eigenes (Mit-) Verschulden, durch Fremdverschulden, oder weil die Uhr eben sowieso irgendwann aufhört, zu schlagen.

Das ist oft tragisch,manchmal aber auch einfach "der Lauf der Dinge", traurig jedoch in jedem Fall.

Ich bin erst 35 Jahre alt, und das, wovor ich mich wirklich fürchte, ist nicht "das Ende der Fahnenstange".

Ich fürchte mich davor, mir im letzten Moment eingestehen zu müssen, nicht das getan zu haben, woran ich Freude hatte.

Und: wann dieser "letzte Moment" eintritt, wissen wir meistens nicht sehr genau...

Zumindest bei der Modellbahnerei bin ich aber auf einem guten Weg.

Über die Modellbahnerei habe ich gute Freunde gefunden - Menschen, mit denen mich mehr verbindet, als nur das Interesse an der Modellbahn.

Kein "Verein".

Echte Freundschaft.
Menschen, die man zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen könnte.
Menschen, die dann Zeit haben, wenn es eben sein muß.

Und zwar: Generationenübergreifend!
Jeder von uns hat völlig unterschiedliche Biographien, Erfahrungen.
Wir treffen uns mal mehr, mal weniger regelmäßig, diskutieren überEisenbahnen, "Gott und die Welt", das pure Leben - jeder steuert Erfahrungen und Ansichten bei.

Das was daraus hervorgeht - nicht nur im Modellbahnhobby - ist das was bleibt.
Völlig unabhängig von "Messing im Keller".

Meine (Hobby-) Freunde hinterlassen Spuren. Auch bei mir. Und ich hoffentlich auch bei Ihnen...
Wir profitieren alle voneinander.

Um das Gefühl zu haben, richtig zu leben, brauche ich kein Bungee-Jumping und muß mir auch keinen Ring durch die Nase ziehen.
Manche brauchen aber vielleicht genau das - wieso auch nicht.

Um aber Freude an der Modellbahnerei zu empfinden, ist mir der Austausch mit Gleichgesinnten wirklich wichtig.
Man muß nicht im Beruf stehen, um (im positiven Sinne) Spuren zu hinterlassen.
Was aus meinem Zeug im Keller irgendwann wird, ist mir nicht so wichtig.
Materielles ist ja doch immer etwas vergänglich.
Die anderen Spuren aber bleiben und leben fort - so wie auch der Austausch im Forum, den Sie selbst angestoßen haben!

Patrick

  • »Walter Wörz« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 46

Wohnort: Baden-Württemberg

Beruf: Rektor i. R.

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23

Freitag, 11. Januar 2013, 11:13

Zukunftsängste

Hallo Patrick,

danke für diesen wunderbaren, aufmunternden Beitrag!
Herzlichen Dank auch für die vielen anderen positiven Reaktionen! Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass ich weitermachen werde. Solange ich noch einen Schraubenzieher halten kann, wird meine Modellbahn fahren.... Was danach kommt, sollen meine Töchter entscheiden, wenn es dann irgendwann so weit ist. Aber frühestens in 30 Jahren!

Viele Grüße an alle Spur 1 - Bahner!

Walter

  • »ospizio« ist ein verifizierter Benutzer

Beiträge: 3 033

Beruf: Triebfahrzeugfortbewegungskünstler im Unruhestand

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24

Freitag, 11. Januar 2013, 11:46

Forum

Hallo,

Nun hat das Forum mal wieder bewiesen,dass es einen grossen Nutzen für die Spur1 hat und dass die Spur1 Gemeinschaft funktioniert.

Einer für Alle,Alle für Einen



Gruss Wolfgang

25

Sonntag, 13. Januar 2013, 10:16

Modellbahn als zusätzliche "Medizin"

Lieber Kollege Wörz,

ich habe nach inzwischen zwei Herzinfarkten die Modelleisenbahn schätzen gelernt als zusätzliche "Medizin"; die Planung eines Gleisbildes, die Ausführung der Strecken, der tägliche Umgang, das Rangieren, das An- und Abkuppeln, das Be- und Entladen: Genau das sind die Elemente, die mich immer wieder positiv eingestimmt haben.

Ich freue mich auf die tägliche Ration Modellbahn, besuche gerne nette Modellbahnfreunde, pflege den Kontakt zu den FREMO-Leuten, besuche Anlagen und lade selber Freunde zu mir ein.

Ich bin gerade im Wechsel begriffen auf dem Weg von 1 nach 0; eine neue Herausforderung, ein mir unbekanntes Digitalsystem, eine vollständig andere Größendimensionalität, komplette Züge anstelle eines BWs, neue Modellbahnkollegen, viel Selbstbau, eine Trasse quer durch das 5,80m hohe Treppenhaus, ein Kopf voller Ideen.

Ich freue mich jeden Tag auf das Neue, auf die zu lösenden Fragen und eventuell aufgetretenen Probleme; ich wünsche Dir als Kollegen, dass Du Dich von den Themen der Modellbahn gefangen nehmen lässt, ganz in ihrer komplexen Kleinwelt aufgehst und jede Minute bei der Modellbahn in vollen Zügen genießt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

der Kollege a.D. Bernhard