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Mittwoch, 11. Juli 2012, 21:27

Stahlschwellen in Kiesbettung ?

Nachdem die Stahlschwellen von KM1 nun schon ein paar Tage bei mir liegen, sollten sie nun auch mal zum Einsatz kommen.
Da auf meiner Nebenbahn die Gleise jedoch weitestgehend in Kiesbettung liegen (nur die Weichenbereiche sind geschottert), ergibt sich für mich die Frage: Waren Stahlschwellen eigentlich grundsätzlich in Schotter gelegt (ich hab nur solche Bilder gefunden) oder konnten die auch mit Kiesbettung verwendet werden ?
Kann jemand dazu was sagen ?

Vielen Dank schon mal vorab.
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Freitag, 13. Juli 2012, 11:33

Prinzip der Wirtschaftlichkeit

Hallo Matthias,

ausgehend von der Überlegung, dass die Eisenbahn vor 100 Jahren auch schon wirtschaftlich sein musste, werden wohl Stahlschwellen in Kiesbettung sicher nicht die Regel gewesen sein.

Der Unterbau wurde entsprechend der geplanten Belastung so haltbar wie nötig und so günstig wie möglich gebaut. Da man also schon beim Schotter gespart hat, ist es nachvollziehbar, dass man die vermutlich teurere aber haltbarere Stahlschwelle ebenfalls eingespart hat.

Ich habe nun auch mal meine Quellen durchforstet, auch das www, aber keinen Hinweis auf diese Kombination gefunden.

Vielleicht hat im Nachgang mal ein Austausch von Holzschwellengleis gegen Stahlschwellengleis stattgefunden, das bei der Staatsbahn übrig war, damit wäre eine Möglichkeit geschaffen es im Modell einfach so zu machen....und zu erklären. :D

Gruß

Michael
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3

Freitag, 13. Juli 2012, 15:43

Hallo Matthias,

Stahlschwellen haben den Nachteil, dass sie nicht so einfach nachgestopft werden können wie Holz- und Betonschwellen. Das liegt an dem Hohlraum unter der Schwelle.

Aus diesem Grund werden Gleise mit Stahlschwellen auch anders verlegt als übrige Gleise. Übrige Gleise werden auf ein ungefähres Schotterbett verlegt, anschließend noch einmal eingeschottert und dann per Stopfmaschine in die richtige Höhen- und Seitenlage gebracht. Bei einem Stahlschwellengleis muss das gesammte Schotterbett schon fertig liegen und auch die richtige Höhenlage haben. Das Stahlschellengleis wird dann darauf gelegt.

Ich gehe davon aus, dass diese nötige Präzision mit rundem Kies gar nicht zu erreichen ist.



Gruß Jürgen
Privatbahn in Epoche III

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4

Freitag, 13. Juli 2012, 22:06

Kiesbettung

Hallo Matthias,

Habe vor langem das Büchlein Kleinbahnen der Altmark erstanden.Dort wird neben vielen Bahnhöfen auch der Bahnhof Arneburg von Jan beschrieben.
In dem Buch sind viele Bilder mit Gleisen in Kiesbettung.Allerdings viele mit Holzschwellen.Ein Bild zeigt mit Beschreibung eine Weiche mit Stahlschwellen in Kiesbettung.
Würde Dir gerne das Büchlein mal zukommen lassen.
Die Kiesbettung ist wohl in dieser Gegend bei den meisten Kleinbahnen Standart gewesen.
Das gab es bei uns im Süden nicht.


@ Jürgen,
Es ist richtig,dass
Stahlschwellen etwas aufwändiger zum Stopfen sind als Holzschwellen,da sie ja innen hohl sind.
Nicht richtig ist,dass die Stahlschwellen nur aufgelegt werden.
Sie werden genauso wie die Holz/Beton oder Y-Schwellen auf einen vorbereitetensund niveliertes Schotterplanum gelegt,eingeschottert und dann per Winde und Kramphaue per Hand,oder Stopf maschine maschinell auf die erforderliche Endlage gebracht.
Habe diese Tätigkeit mittels Umbauzug bei der DB und per Hand auf der Furka viele Male ausgeführt.
Wir haben in meiner aktiven Zeit als Lokführer beim Gäubahnumbau von Talhausen-Herrenzimmern bis zum Bahnhof Talhausen 1995 nagelneue Stahlschwellen eingebaut,da wir durch felsigen Untergrund mit Hilfe der Stahlschwellen,einen niedrigeren Schotteraufbau brauchten als mit Holz oder Betonschwellen.Ansonsten hätten wir die Oberleitung aufwändig höher setzen müssen.

Gruss Wolfgang

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