Sie sind nicht angemeldet.

  • »michel« ist ein verifizierter Benutzer
  • »michel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 369

Wohnort: Nordhessen

Beruf: Luftfahrt

  • Nachricht senden

1

Freitag, 31. Oktober 2008, 09:22

Bau eines Lokschuppens, Teil 2 – Fenster, Wände, Tore

Moin, Modellbahnkollegen,

nach dem ersten Teil gestern geht’s heute nun weiter mit dem zweiten Teil über den Bau meines Lokschuppens.

Der Wilhelmshavener Lokschuppen hatte an der Seite Fenster mit Eisenfensterrahmen. Ich erstellte dafür zunächst am PC mit einem Malprogramm passende Rahmen und druckte die erforderlich Anzahl auf Papier aus. Pro Fenster war ein Rahmen für Innen und für Außen erforderlich, bei insgesamt acht Fenstern also 16 Ausdrucke.

Auf diese Ausdrucke klebte ich dann außen eine cirka zwei Millimeter breite Plastikumrandung. Diese Plastikstreifen entstanden aus einer 0,5 mm starken Plastikplatte. Aus dieser Platte wurden ebenfalls einen Millimeter breite Streifen geschnitten und damit der restliche Rahmen gestaltet und auf die Papierschablone aufgeklebt. Ich musste dabei nicht besonders vorsichtig mit dem Klebstoff sein, denn nachdem alles getrocknet war, wurden mit einem scharfen Bastelmesser die inneren Papierflächen zwischen den Plastikstreifen ausgeschnitten.

Danach wurden die Rahmen komplett mit rostbrauner matter Revellfarbe Nr. 83 bemalt.

Nachdem auch hier die Trocknung abgeschlossen war, wurde zunächst der erste Rahmen mit Sprühkleber besprüht und auf die Fensterglasnachbildung - eine alte Klarsichtverpackung – geklebt. Anschließend wurde auf der anderen Seite der zweite Rahmen deckungsgleich aufgeklebt und die nicht benötigten Teile der Glasnachbildung um die Rahmen herum weggeschnitten.

Auf der Innenseite der bereits vorhandenen Rohbauaußenwände wurden passende Vertiefungen um die Fenstereinlässe gefräst und, nachdem die Wand vorher bemalt worden war, hier hinein die doppelrahmigen Fenster geklebt.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/201,10fensterbauCQGDM.jpg][/url]

Für die Wandinnenseiten wurden pro Fenster einzelne Wandteile erstellt. Dies erleichterte die genaue Fixierung um die Fensteröffnungen. Verdeckt wurden die Spalten zwischen den einzelnen Wandteilen durch die auch im Original vorhandenen Stützsäulen zwischen den Fenstern.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/202,11innenwandH9V0W.jpg][/url]

Um die Fensteröffnungen wurde eine Zwischenwandlage geklebt, der Fenstersims wurde mit einem 0,5 Millimeter starkem Plastikstreifen leicht schräg dargestellt.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/203,12innenwandYYAMG.jpg][/url]

Als nächstes war die Vorderfront fällig. Für die vorhandene Wand wurde zunächst der verputzte Teil hergestellt und aufgeklebt. Die freien Flächen um die Toröffnungen wurden dann mit Kunststoffstreifen, in die eine Backsteinstruktur eingeritzt worden war, aufgefüllt.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/204,13torwandHW6PR.jpg][/url]

Innen wurden mehrere Lagen Kunststoffplatte aufgeklebt, um die originale Mauerdicke [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/205,14lokschuppenoriginalC9TOE.jpg][/url] auch im Modell zu erreichen [url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/206,15vorderfrontV01D4.jpg][/url], dass sah dann schon ganz ordentlich aus.

Die beweglichen Tore sollten eigentlich aus Furnierholz entstehen. Es zeigte sich jedoch, dass die aus zwei Lagen Holz zusammen geklebten Torflügel wellig wurden und partout nicht gerade zu bekommen waren, so dass ich sie dann doch aus einer ein Millimeter dicken Plastikplatte herstellte. Die Bretterfugen wurden eingeritzt und außen die Blechstreifen und -verstrebungen aus Plastikprofilen aufgeklebt.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/207,16vorderfrontUOM0L.jpg][/url]

Die auf diesem Bild zu sehenden Backsteineckpfeiler sind übrigens nur an der Vorderfront befestigt und werden beim einsetzen der Wand in das Fundament über die Seitenwände geschoben und stabilisieren selbige.

Die Tore wurden außen grün angemalt, auf der Innenseite grau.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/208,17vorderfrontmittoreIN60Q.jpg][/url]. An der gleisseitigen Wand wurde aus Anreibebuchstaben ein schwarzer Schriftzug auf weißem Grund mit dem Bahnhofsnamen Oldumersand angebracht und mit zerriebener Kreide gealtert. Beim Original stand natürlich Wilhelmshaven dran!

Die Farbgebung der Wände erfolgte wieder mit weißer, grauer und sandfarbener Plakafarbe auf dem grundierten Kunststoff.

Zum Schluss des zweiten Teils hier noch mal ein Vergleichsbild zwischen Original und Fälschung, das zeigen soll, dass man ruhig ein bisschen schlampig arbeiten kann, denn nur so bekommt man das „Schräge“ an einem alten Originalgebäude einigermaßen hin.[url=http://www.bilderhosting.s1gf.de/bild.php/212,18vergleichPX51V.jpg][/url]

Außerdem kann man auf dem Bild erkennen, das ich bei den Zwischenräumen zwischen den Toren ein bisschen geschummelt habe und auch die verputzte helle Fläche zwischen den äußeren Toren und den Seitenwänden weggelassen habe, um etwas Platz zu sparen, denn auch in der Länge musste ich einen Kompromiss eingehen und etwas verkürzen, was man auch daran erkennen kann, dass es an den Seiten nur vier statt fünf Fenster gibt.

Der letzte Teil des Bauberichts über das Dach und ein paar Details folgt dann nächste Woche, bis dahin allen ein schönes Wochenende wünscht

der Michel

2

Freitag, 31. Oktober 2008, 09:39

Baubericht

Hi,
ja ist denn schon Silvester :P

Das ist ja das reinste Ideen-Feuerwerk!
Miene hochachtung! Tolle Arbeiten und Ideen.

Weiter so!


Freundliche Grüße
www.masro.de
Das Modellbahn Art-Studio
Das Modell - Auto - Studio

[url='http://www.masro.de/']www.masro.de[/url]

Beiträge: 2 170

Wohnort: Erfurt

Beruf: jetzt Rentner, programmieren nur noch im Hobby

  • Nachricht senden

3

Samstag, 1. November 2008, 17:08

RE: Bau eines Lokschuppens, Teil 2 – Fenster, Wände, Tore

Hallo Michel,
wieder eine tolle Arbeit und hervoragende Anleitung zum Selbermachen.
Ich kann nur sagen, sehr wertvoll für das Forum.
MfG. Berthold

Beiträge: 17

Wohnort: Hessen

Beruf: Rohrnetzmeister

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 2. November 2008, 10:09

Toller Beitrag Michel,


habe deinen Beitrag Info zum Baumaterial Kunststoffplatte verfolgt und habe mit den Kunststoffplatten experimentiert.
Wie bekommt man die Struktur von Ziegelmauerwerk in die Kunststoffplatten?
Mit einritzen konnte ich ein gutes Ergebnis erzielen, aber die Gleichmäßigkeit der Steinreihen gelingt mir nicht.
Arbeitest Du mit einer Schablone? Kannst Du mir einen Tipp geben!?

Gruß
Matz
:) :)

Henry Wolf

unregistriert

5

Sonntag, 2. November 2008, 11:13

Hallo BW-bauende,

fragt doch mal bei KM-1 wegen Gebäudeteilen an. Herr Krug hat mir schon vor Monaten sein neues Konzept der Mauerplatten vorgestellt.

Damit lassen sich Lokschuppen und auch alle anderen BW- (und nicht nur) Gebäude herstellen.

Herr Krug stellt nicht nur die Drehscheiben her, sondern hat auch vor, die BW-Gebäude dazu herzustellen.

Der erste Eindruck seiner Muster, hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht.

Gruß Henry

6

Sonntag, 2. November 2008, 11:27

Hallo Michel,

welche Fräse benutzt du zum Ausfräsen der Teile?
MfG

Romain

  • »michel« ist ein verifizierter Benutzer
  • »michel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 369

Wohnort: Nordhessen

Beruf: Luftfahrt

  • Nachricht senden

7

Montag, 3. November 2008, 18:17

@Matz

Die Original Backsteine sind ca. 6,5 cm hoch und 25 cm lang, was im Modell etwa 2 x 8 mm entspricht. Ich habe zum Einritzen daher Profile (Holz, Metall, Kunststoff) von 2 und 8 mm Breite genommen und diese jeweils an die vorherige Fuge angelegt und dann die nächste Fuge eingeritzt. Da es sich bei den verwendeten Mauerteilen nur um relativ kleine Flächen handelte, war das die einfachste Lösung. Bei großflächigen Mauerwänden ist diese Methode vermutlich zu aufwendig, weil man sehr genau arbeiten muss. Hier wären Schablonen besser geeignet, aber dass habe ich bisher noch nicht ausprobiert.

@Romain

Ich habe zum Ausfräsen einen Feinbohrschleifer von Proxxon (FBS 240) verwendet, den ich in einen Bohrständer eingespannt habe. Bei dieser Arbeit war es nur wichtig, dass die Tiefe der Nut in der Kunststoffwand einheitlich eben war, dies wurde durch den Anschlag des Bohrständers sichergestellt.


Ich hoffe, dass hilft weiter

Grüße

Michel