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Donnerstag, 21. Dezember 2017, 11:32

Toilette im Führerstand?

Eine etwas ungewöhnliche Frage: haben die Führerstände der DB-Eloks (Dieselloks) eigentlich eine Toilette an Bord? Wie behilft sich ggfs. ein Lokführer z.B. auf einem Güterzug, der ja nicht an Bahnhöfen hält um mal kurz die Pause zu nutzen?

2

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 11:52

Notdurft

Hallo Peter,

Kleine Geschäfte, werden vor einem Signal mit Blick Richtung Lok erledigt, größere muss man sich aufsparen. In der Nacht gelten andere Regel. :D

Schönen Tag,

Robert

3

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 17:04

Notdurft-Funktionstaste

Hallo Zusammen,

(Humor... AN)

ESU hatte für die Monocrome ECoS 50000 sogar mal für das "Notdurft-Tagessignal"
ein paasendes Funtrionstastensymbol entworfen:



(... duck und wech!!!)

:rolleyes:

(Humor... AUS!)

Viele Grüße,
vom basti

4

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 18:12

Zur Not...

...ging´s kleine Geschäft auch während der Fahrt: War da nicht bei den Einheits-Elloks in unmittelbarer Nähe der Türen (nach draußen) auch ein SIFA-Taster?

Gruß aus dem Norden
Thomas

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5

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 19:01

Toilette

Hallo,

Nein,auf den Loks gab es keinen Lokus!Und trotzdem habe ich in über 30 Jahren als Lokführer nicht in die Hose gemacht oder Windeln gebraucht.

Die 220/221 und auch 215 hatten im Maschinenraum ein sogenanntes Pissrohr.Es war ein Rohr,das nach unten führte,oben als schlanker Trichter ausgebildet und darauf einen Deckel mit Scharnier.Es stank immer fürchterlich!!

Ansonsten hatte man als Lokführer das Recht auf jeder Dienststelle in den Bahnhöfen auf Klo zu dürfen.Sei es Güterabfertigung,Stellwerk u ist etwa 40 Msw.

Zudem war Durchfall Dienstunfähigkeit und man konnte zu Hause bleiben.

Einmal ist es mir paasiert,dass es in der Bw-Kantine Sauerkraut und Kartoffelpüree gab.Eine meiner Lieblingsspeisen.Leider hat das Apfelschorle die Wirkung wohl potenziert,dass ich einen fürchterlichen Druck bekam,der leider mit meinem Zug nicht mehr bis Rottweil zu halten war.
Vor Rottweil gibt es ein langes Tunnel,mit dem Zug gehalten und vor die Maschine gehockt,und danach gings weiter.
In den 90iger Jahren fukren das Kornwestheimer Personal Postschnellgüterzüge ohne Halt von Augsburg nach Bremen.Keine Pinkelpause,der Fahrplan war auf die Miinute ausgereizt.Das Personal bekam Pinkeltüten aus Kunststoff .
Ansonsten kam auch mal wie beschrieben,Tür auf,die eine Hand am Sifataster und die andere,das gute Stück hinausgehalten.

Nochmal eine andere Geschichte:

In der Dampfzeit,wo es noch Kohleprämie und Ölprämie gab,führe viel Güterzüge auf der Hattinger Steige /Singen-Kornwestheim) mit eine Schublokbis Tuttlingen.
Es ist vorgekommen,dass der Zug am Einfahrsignal gestellt wurde,welches unmittelbar nach dem Tunnelmund befindet.Da der Schublokführer wohl schon auf der Bergfahrt nur an seine Prämie gedacht hat und nur schwach geschoben hat,hielt der Zuglokführer mit der Maschie im Tunnel.
Der Heizer pinkelte auf die Kohlenschaufel und entleerte sie in die Feuerbüchse.
Als das Signal auf Fahrt ging schob das Personal von der Schublok,die sich ja ebenfall noch in dem Tunnel befand mit aller Kraft,damit sie aus dem Tunnel kamen.Sie mussten nämlich auf den Boden liegen,weil es so nach Salpeter stank und sie kaum Luft bekamen.
Es soll danach nie wieder einen Zwischenfall mit der Schiebelok gegeben haben,

Gruss Wolfgang

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6

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 19:03

Hallo Thomas

Ja da gab es einen Sifataster. Aber während der Fahrt bei offener Tür rauspinkeln? Bei den Gleisverwerfungen machst das nur einmal, dann kommst in den Nachrichten. Lokführer fiel beim pinkeln aus der Lok;) und falls du es doch unfallfrei schaffst , dann weht der Wind dir wieder alles entgegen . Mir war es mal übel und ich musste mich bei voller Fahrt (120kmh) übergeben. Ich öffnete das Fenster und übergab mich. Als ich fertig war, wunderte ich mich, dass außen nichts zu sehen war. Tja, leider hing alles hinten im Führerraum an der Wand. Am nächsten Bahnhof verzögerte sich die Weiterfahrt, weil ich die Wand sauber machte. Ich brauch wohl nicht sagen , wie es gerochen hat. Aber du kannst dir es nicht aussuchen, wenn es kommt dann kommt’s halt. Also wenn ein Tf dringend mal muss, dann funkt er den Fahrdienstleiter an , damit er ihn mal am nächsten Bf auf die Seite nimmt.

Gruß
Tayfun

7

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 20:33

Hallo Einser,

in den 70ern forderte die Gewerkschaft - mal wieder - Toiletten in neuen Loks, was allerdings abgelehnt wurde.
Kommentar eines DB-Vorstandsmitglieds:
"Wenn ich auf eine Reise gehe bereite ich mich entsprechend vor"

Gruß
Michael

8

Freitag, 22. Dezember 2017, 10:06

Toilette im Lokführerstand

Ich habe vor kurzem auf der Home-Page einer Firma gelesen, daß der Hersteller spezielle WC für Lok-Führerstände anbietet. Leider kann ich auf die schnelle die Home-Page nicht mehr wiederfinden. Es ist schon ein starkes Sück der DB (speziell der aufgeführte schnodderige Kommentar eines DB-Sprechers), daß in millionenteuren Lokomotiven kein WC für den Lokführer eingebaut wird. Unverständlich auch, daß die zuständigen Gewerkschaften so etwas hinnehmen. Die gerinfügigen Mehrkosten dürften doch wohl kein Hindernis sein, es ist wohl vielmehr Gleichgültigkeit und Dickfälligkeit der Verantwortlichen bei der Bahn, sie sind ja auch nicht betroffen! Es könnte auch nicht schaden, wenn sich die Lokführer diesbezüglich lautstark zu Wort melden würden, es sei denn es ist für sie nebensächlich; dann mag man sich weiterhin irgendwo vor die Lok stellen oder irgendeinen Fahrdienstleiter darum bitten den Zug irgendwo anhalten zu dürfen.

9

Freitag, 22. Dezember 2017, 10:10

früher war eben nicht alles besser

Viele moderne Loks besitzen Toiletten. Bei Läufen von vielen hundert Kilometern im engsten Takt einfach zeitgemäß.
IN sind Module, die zwecks Reinigung von außen per Hublader entnommen und durch frische ersetzt werden können. Gut zu besichtigen z.B. auf der Innotrans.
Den Tausch nachzuahmen - wäre doch mal was für's Modell - oder?
Gruß
die Donnerbüchse

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10

Freitag, 22. Dezember 2017, 10:38

Tja,

der gute alte Güterzugbegleitwagen war schon praktisch.

Könnte mir vorstellen, dass auch leere Flasche zweckentfremdet wurden um die Notdurft zu erledigen.

Einen kotzenden Lokführer nebst entsprechender Alterungsspuren an der Lok könnte ich mir in 1:32 gut vorstellen :D

LG Jens

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11

Freitag, 22. Dezember 2017, 19:40

Toilette

Hallo Peter,

Sorry,aber ich muss Dir da wehement wiedersprechen.
Also ich habtte in meiner Dienstzeit nicht den Eindruck,dass auf den Lokomotiven eine Toilette gefehlt hat,beziehungsweise die obere Etage nicht getan und nur zugesehen hat.
Vielleicht kann mir das mein noch aktiver Kollege Tayfun bestätigen.

Sicher,mit zunehmender Zentralisierung der Stellwerke und Dienststellen oder Bahnhöfen fallen viele Toiletten weg.

Aber,wenn ein Lokführer mal Sch... muss,so muss er den Zug ja anhalten.Und dann ist es vorteilhaft in einem Bahnhof und nicht auf der Strecke.
Ferner ist auch die Reinlichkeit so eine Sache.Eine Toilette vpm Führerhaus zugänglich ist wohl nicht für jede Nase eine Wohltat.
Dann die Reinigungsintervalle bei Loks mit Langläufen.

Die neuen Loks von der Stange,die ja alle fast gleich aussehen,werden ja im Eisenbahnjargon "Blechspinde"genannt.
Ist meines Erachtens wohl immer noch besser wie "Schei..haus"


Gruss Wolfgang

12

Freitag, 22. Dezember 2017, 19:58

Bei uns in die Niederlande gäbe es früher sowas in die Baureihen 1100 und 1600
Im Machinenraum.
_____________________________
Mit Freundlichen Gruß,

Ron

13

Freitag, 22. Dezember 2017, 20:10

Grüßt Euch !

Bei dieser Thematik muß ich schon sehr schmunzeln.

Fällt mir doch mein Chef ein, der versuchsweise ein

portables Stilles Örtchen fürs kleine Geschäft versuchte

mir schmackhaft zu machen. Adamuß und Evamuß hießen

die Dinger. Von einem unserer Mädels erfuhr ich, das es mit der Funktion

bei der weiblichen Ausführung schon haperte. Ich habe dann dankend

abgelehnt und praktziere es wie schon seit über hundert Jahren....

Fürs große Geschäft hat man zu Hause Vorsorgezu tragen, oder macht es wie schon von den Kollegen

beschrieben. Wenn alle Stricke reißen bleibt der eben Zug stehen ( Güterzug ) und man schlägt sich in die Büsche.

Bei Reisezügen ist es einfacher , da bleibt der Zug am Bahnsteig stehen und man sucht das nächste Örtchen auf.

Man ist schließlich Chef auf der Lok.

Toiletten auf Triebfahrzeugen machen nur dann Sinn, wenn sie gepflegt werden !!

Und das ist die Krux, wenn es schon ein Akt ist die Führeräume zu reinigen, die Abfallbehälter zu entleeren usw.,

was meint ihr wie in sehr kurzer Zeit diese Einrichtungen aussehen und vor allem stinken.

Mir reicht oft schon der kalte Qualm eines Vorgängers der nicht gelüftet hat

Bisher bin ich über dreißig Jahre so klargekommen , da schaffe ich auch noch die restliche Zeit.


Gruß

Wolfgang

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14

Freitag, 22. Dezember 2017, 21:30

Toiletten

Hallo Wolfgang,

Als Namens und Arbeitskollege wünsche ich Dir alles Gute,das Du es gesund und ohne in die Hose zu machen,bis zum Ruhestand schaffst.

Gute Aspekte,die Du da angebracht hast.

Nun die Sauberkeit,in den Führerständen ist wohl mit der Abschaffung der Planlok,bzw Planpersonal gelitten.

Entweder räumte man im Bw den Führerstand selber auf,oder man schrieb einen Arbeitszettel und erntete manchmal böse Blicke vom Werkstattarbeiter.Die Götz von Berlichingen-Einstellung wurde dann schnell zur Gewohnheit.

Anders bei meinen Kollegen in der Schweiz.Da war am Ende des Gleises in der Lokhalle ein Staubsauger mit langem Schlauch,der beqem in den Führerstand gezogen werden konnte und die Aschenbecher eingesaugt werden konnten.

So ging keine Lok mit dreckigem Führerstand auf die Reise.

Das wäre damals in Deutschland nicht möglich gewesen,weil sich die Gewerkschaft dagegen setzte.

Da für mich Lokführer eine Berufung und nicht nur Beruf war, nahm ich lange bevor man von der sträubenden Gewerkschaft Zeitgutschriften in Wendebahnhöfen bekam,auch mal einen Besen in die Hand und kehrte meinen 628 aus und räumte

den göbsten Müll weg,damt meine neuen Fahrgäste in einem sauberen Triebzug Platz nehmen konnten.

Gruss Wolfgang

15

Samstag, 23. Dezember 2017, 00:38

Grüß Dich lieber Kollege u. Namensvetter !

Ich habe es tatsächlich vor ein paar Jahren hier in Neuss mit

brandneuer 265 Gravita versucht . Wir hatten immer eine Lok mit

sehr überschaubar kleiner Truppe 6-8 Mann für einen Fristenfenster

hier fest stationiert. Ich habe Lappen Kehrblech und Handfeger organisiert

usw.usw. In Rangier und Zugleistungspausen haben einige ausser mir

auch geputzt und geflimmert. Freitags mit der A1 auch noch etwas

gründlicher. Das Ende vom Lied: Wenn die Lok dann getauscht wurde,

sah man sie Monate nicht wieder.Und wenn Sie dann wieder auftauchte,

traf Dich der Schlag, weil zwischenzeitlich keine Lokführer, sondern

Ranglokführer das Ding zwischen hatten. Die haben mit ihren versi.....

Klamotten alles versaut und die Plastikkehrbleche mit billig Handfeger,nembst

Lappen hatten Liebhaber gefunden....

Der Versuch saubere Lok wurde dann sehr schnell von uns wieder eingestellt !!

Eine Schande, denn die Dinger waren wie gesagt brandneu.....

Bei den Elloks hat man erst Recht keine Chance....

Viel wichtiger ist, irgendwo Seife und funtionstüchtige Waschbecken zur Verfügung zu haben.......

Solong

Wolfgang

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16

Samstag, 23. Dezember 2017, 07:56

Hallo

Wolfgang hat da schon recht. Du musst dir als Lokführer einfach vorher ein wenig Gedanken machen, damit du nachher nicht in Bedrängnis kommst. Beim Personenverkehr hat man schließlich in jedem Wagen ne Toilette. Ok , ich versuche es zwar zu vermeiden im Zug zu gehen aber falls man mal ne Magenverstimmung hat, hat man keine andere Wahl. Trotzdem vermissen wir auf der Lok keine Toiletten. Ich weiß schließlich wie oft und wie gründlich das Reinigungspersonal die WC‘s putzen und entsorgen. Früher wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, da zu Bundesbahnzeiten mehr Personal zur Verfügung hatte und die Züge öfters gereinigt worden sind, aber heute kannst du das vergessen.
Ich als Tf habe immernoch mein Werkzeug wie Flachzange ,Schraubendreher mit Bits und eine Dose WD40 dabei. Die meisten Kollegen haben nichts dabei. Auch von der Sauberkeit im Führerstand sind wir momentan meilenweit entfernt. Trotzdem versuche ich ,wenn ich Zeit habe, den Führerraum immer wieder zu säubern. Den meisten der Kollegen geht das aber am A... vorbei. Leider.

Gruß
Tayfun