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Beiträge: 278

Wohnort: Bamberg

Beruf: Modelle für Modellbahnen

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1

Samstag, 25. März 2017, 10:44

Liefersystem, Fertigmodelle und Preise


Sehr geehrte Modellbahnfreunde

ich habe mich in den letzten 17 Jahren darum bemüht das Angebot an attraktiven Modellen für Sie immer weiter auszubauen. Das ist sicher auch gelungen wie mir viele bestätigen werden. Dennoch ist nun ein Punkt erreicht wo ich das Liefersystem dringend ändern muss. Es kann leider nicht mehr so weitergehen das wir hier tausende von Teilen ständig bevorraten. Von der 1,2mm Schraube über den Fensterrahmenhalter des Bahnhofs Öflingen bis zum unteren Querträger der Stahlträgerbrücke haben wir tausende von Teilen ständig auf Lager. Das ist inzwischen zuviel geworden.

Aus diesem Grunde werden manche Modelle zukünftig nur noch 1 x im Jahr hergestellt.
Die Zeitpunkte stehen bei den einzelnen Modellen, alle Bestellungen bis dahin werden dann in diesem Monat ausgeliefert.

Preise
sind immer ein unangenehmes Thema, auch für uns. Auch hier haben wir seit Beginn versucht, "Modellbahnfreundliche" Preise durchzusetzen. Das war mit viel Liebe zum Hobby geprägt und sehr viele Stunden wurden stillschweigend geleistet. Leider ist das nicht mehr möglich. Allein die rund 25% Steuern (Mwst + Gewerbest) bei jedem Preis drücken mit den steigenden Einkaufspreisen auf die Kalkulation. Ich versuche das aber so weit als möglich auszugleichen.

Das Problem bei Fertigmodellen:
Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären: Bei einem 2000.- Fertig-Modell eines Ringlokschuppens sind diese Steuern allein schon 500.-. Von den restlichen 1500.- netto müssen das Material des Bausatzes bezahlt werden, Personal, Maschinen, Werkzeuge, Hilfsstoffe, Abschreibungen und zahllose Nebenkosten die es in D gibt. Das geht sofort unter die 1000.-. Für diese bauen wir dann das schöne Modell in meist 100 Arbeitsstunden, was einem Lohn von unter 10.- entspricht.

Selbst ein schlichter Güterschuppen "Kemmern" braucht als SCALE Modell leicht 3 Std für den Rohbau, 4 Std zum Lackieren und Patinieren, 3 Std für das Dach incl Lackierung, 3 Std für die Türen, 1 Std für die Fenster, 2 Std für die Rampen und 2 Std für den Fussboden. Mit etwas Detailarbeiten sind das schnell 20 Std oder 3 Tage in der Werkstatt. Rechnen Sie dafür einen üblichen Stundenlohn eines Handwerkers von 50.- und das Fertigmodell würde runde 1000.- nur für die Montage kosten. (Beim Stundensatz von 180.- für Anwälte wären es übrigens 9000.- ohne "Abschlussgebühr").
Wir haben es Ihnen bisher für rund 150.- sorgfältig gebaut.
Das geht in Zukunft leider nicht mehr.

Da ich die Produktion nicht ins Ausland verlegen will, werden wir die Preise der meisten Fertigmodelle entweder erhöhen müssen oder diese Modelle komplett aus dem Programm streichen. Eine "schnellere" Produktionsweise oder Technik wie billigere Holz oder Pappe- Materialien lehne ich aus Prinzip ab. Ich bedauere diesen Schritt ausserordentlich weil ich unsere Fertigmodelle liebe und weiss das unsere Kunden diese sehr schätzen. Aber die Wirtschaftlichkeit ist leider dem Idealismus vorrangig in einer Firma.

Ich bitte Sie für die Umstrukturierungsmaßnahmen um Verstäändnis und versichere Ihnen, das wir Ihnen auch weiterhin die besten Modelle liefern die wir bauen können!

Helmut Schürr
www.lokfuehrer-lukas.de

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lokführer-Lukas« (25. März 2017, 20:05)


2

Samstag, 25. März 2017, 14:47

Sehr schön das ich nicht der einzige bin

der hier sich mal darüber äußert . Die meisten sehen nicht ansatzweise hinter die Kulissen . Und mit 10 Euro Stundenlohn scheint es sogar schlimmer als von mir bereits "berechnet" .. jeder Strassenkehrer verdient mehr !

Ich habe dafür vollstes Verständniss ! Und hoffe das Anderen ein wenig die Arbeit Anderer zu schätzen lernen !

meint Roland
fahre und sammle Epoche II - gehe aber auch schon mal fremd ;)