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1

Samstag, 11. März 2017, 22:30

Lok-Mißbrauch

Hallo Einser,

als es mit den Dampfloks zu Ende ging, schreckte man vor nichts mehr zurück:

http://www.drehscheibe-online.de/foren/r…8121490,8121490

Gruß
Michael

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2

Sonntag, 12. März 2017, 08:37

Hallo Michael,

toller Hinweis. Danke.

Zeigt, wie genial so eine Dampflok konstruiert und entsprechend vielseitig einsetzbar war. Eine Dampfmaschine bietet vom Stand weg das volle Drehmoment ohne jegliches Getriebe.
Habe mal irgendwo gelesen, dass eine Dampflok i.d.R. kein einziges Zahnrad besitzt.

Gehe auch davon aus, dass es sich hier um einen beladenen Erzzug handelte. Die Wagen wurden ja nicht ganz gefüllt, sonst wären sie überladen gewesen.
Ist deshalb auf den Bildern nicht zu sehen.

Nur wenn z.B. Kohle geladen war wurden die Wagen ganz gefüllt, was dann an den obigen Schüttkegeln zu sehen war.

Gruß
Rolf

  • »Gerald Thienel« ist ein verifizierter Benutzer

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3

Sonntag, 12. März 2017, 23:16

Hallo Rolf,

das ist zwar grundsätzlich richtig....
aber wieso sollte man Erz vom Ruhrgebiet in Richtung Emden befördern????

nachdenkliche Grüße
Gerald Thienel

________________________

In Oberbayern - da, wo andere Urlaub machen....

4

Montag, 13. März 2017, 00:00

Das Schnellzuglokomotiven für den Güterverkehr genutzt wurden ist alt. Siehe in den 40ern.
Mut zur lebensbejahenden Farbe.

RAL 7011 oder 7021

Gruß vom Michael

5

Montag, 13. März 2017, 18:07

Hallo Michael,

das ist natürlich kein 1000t-Zug, sowas geht immer. Der Erzwagenzug ist schon leer eigentlich zu schwer für eine "Hochhaxige", da passen einfach die Hebelverhältnisse nicht.

Gruß
Michael

6

Montag, 13. März 2017, 18:19

Das waren natürlich keine! ...

... beladenen OOtz-Wagen! Bei einem Eigengewicht von rund 20 - 23 t der Bauarten "25" und "43" bspw. kämen bei einem Ladegewicht von durchschnittlich 57 t ein Gewicht von rund 80 t pro beladener Wagen zustande, natürlich ein Unding für eine Lok der 01.10 Öl bei einem Zug von rund 30 - 40 Wagen!

Ganz unabhängig davon wurde "Erz" natürlich nicht vom! Ruhrgebiet zu den Nordseehäfen, sondern von den Nordseehäfen ins! Ruhrgebiet zum Zwecke der Stahlerzeugung transportiert!

Für diesen Zweck fuhren "Ganzzüge mit Großgüterwagen" (um diese Wagen handelt es sich bei den 4-achsigen Erzwagen) = Zuggattung "Gdg" in der Relation "Emden Nordseehafen - Ruhrgebiet" (beladen) und zurück (Leerzug = ebenfalls Zuggattung Gdg)!
Und um solch' einen Leerzug handelt es sich hier bei dem abgebildeten "Gdg" mit seiner 01.10 Öl, wobei der Begriff "Leerzug" bei rund 1000 t Zuggewicht auch schon etwas untertrieben ist!

Grüße Jürgen Stadelmann

7

Montag, 13. März 2017, 18:39

Guten Abend Herr Staiger,
da irren Sie - rund 40 Leerwagen dieser Gattungen bringen rund 1000t Zuggewicht zusammen!

Aber das war für die 01.10 Öl trotzdem kein Problem, sieht doch die Leistungstafel von 1953 bereits für Maschinen der BR 01.10 Kohle mit Altbaukessel (also noch kein! Neubaukessel mit Verbrennungskammer und Ölhauptfeuerung) eine maximale Tonnen-Zugförderung von Personenzügen (Zweiachser, tw. Gleitlager!) von 1305 t in der Ebene bei 80 km/h, oder auf die Geschwindigkeit dieses Zuges bei rund 70 km/h bezogen, 1115 t bei einer Steigung von 1:500 vor.

Einmal in Gang gekommen, und die BR 01.10 hat eine hohe Reibungslast, rollt der Zug ... und rollt ... und rollt! Deswegen wurden solche schweren Züge "durchgelassen" und nicht vor einem Signal "gestellt".

Grüße Jürgen Stadelmann

  • »ospizio« ist ein verifizierter Benutzer

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8

Montag, 13. März 2017, 21:24

Zugkraft

Hallo Jürgen,

Das ist richtig,40X ca 24 Tonnen ergibt schon einen Tausender.Aber der Autor dieses beitrages hat ja nur von ca 24 Wagen gesprochen.Beide Fälle dürften für einen Lokführer,der mit Gefühl den Regler bedienen konnte,kein Problem sein.
Wenn nicht,dann hat ihm bestimmt sein Heizer den Marsch geblasen,wenn er,schleudenderweise den Dampf zum Schornstein hinausgeblasen hat.1973/74 war nämlich der Heizer kein Sklave mehr.Vielmehr waren es ältere Berufsheizer(Triebwagenführer H) und viele junge Lokführer oder Anwärter,die als Heizer fuhren.Ich hatte in dieser Zeit in Rottweil nur noch einen Lokführer,der mich in dritter Person anredete.Im Donautal Richtung Aulendorf hat er mich mal angeschien: Hat er den Bläser immer so weit auf?? Die Antwort von mir war:Ja,er hat,denn rasieren tue ich mich nur morgens,mit den Elektrorasierer!!
Zur Erklarung:Bei geschlossenem Regler oder fahren mit Schmierdampf war es vorteilhaft vor dem Befahres eines Tunnels,den Bläser aufzudrehen,damit die Schei.. nicht zur Feuertür herauskam.Kommen nun mehrere Tunnel hintereinander so hat man halt den Bläser eingeschaltet lassen.
@ Michael, Als zwischen Rottweil und Neufra mal ein Salatölkocher(BR220)vor dem Schnellzug den Geist aufgegeben hat,und wir mit der 78 246 den 10 Wagenzug samt Lok nach Singen gezogen haben,hat sich niemand aufgeregt,dass die Leistung der Lok und des Personals um ein vielfaches überschritten wurde.Wichtig war,dass der Zug und die Reisenden witerkamen.Wir aber,aren stolz auf unsere Leistung.

Im Ellokzeitalter kam es öfters vor,dass Güterzüge von Korea(Kornwestheim) nach Singen,bei nassem Wetter zwischen Leonberg und Sindelfingen hängen blieben.Meistens mit einer starken 151(die ja bekanntlich 120km/h lief.
Mit einer 194 oder 150,die ja nur 100km/h Hg hatte ist man nicht liegengeblieben.Mann konnte sogar noch in der Steigung anfahren.

Gruss Wolfgang

9

Dienstag, 14. März 2017, 11:04

Gibt's heutzuge auch noch!!

Moin zusammen!

Das eine Reisezuglok für niedere Dienste missbraucht wird, kommt heutzutage auch noch vor! Ab und an begegnet mir im Norddeutschen Raum eine Baureihe 101 mit einem Güterzug am Haken. Vielleicht hat das was mit eventuellem kurzfristigen Lokmangel bei SC Henker zusammen!? Leider habe ich kein Bild von der Fuhre gemacht. Der Kollege machte irgendwie keinen begeisterten Eindruck! ;)

Beste Grüße

Nils

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10

Dienstag, 14. März 2017, 11:26

Soweit ich weiß war von Anfang an geplant die 101 im Güterverkehr einzusetzen, sobald der hochwertige Personenverkehr komplett auf Triebzüge umgestellt ist. Was aber wohl noch auf sich warten lässt.



Gruß,

Jens

11

Mittwoch, 15. März 2017, 14:45

Hallo zusammen,

dazu fält mir auch noch ein Beispiel ein:
Wie bereits in anderen Foren zu diesen Thema durch einen bekannten, ehemaliger Saalfelder Lokführer dargelegt, fuhren dort 01 / 01.5 planmäßig Güterzüge mit 1200 t Planlast, saaleabwärts, d. h. Richtung Camburg waren sogar 2000 t ohne Probleme möglich. Wie schon Jürgen richtig schrieb alles eine Frage der Fahrtechnik, einfach sachte Anfahren und wenn der Zug mal 60 bis 65 km/h drauf hatte rollte die Fuhre von selber. Wahrscheinlich wurden dabei die Loks weniger belastet als bei den schwereren Berufspersonenzügen (z. B. den P 5033), bei denen zwischen Camburg und Saalfeld 10mal oder mehr „volles“ Rohr“ angefahren werden musste, um den Plan zu halten.

Da würde ich nicht so betroffen provokant von Lokmissbrauch sprechen, sondern von ganz normalen Alltagsbetrieb zur wirtschaftlichen Maschinenausnutzung. In diesen Fällen sicherlich auch z. T. dem Auslaufbetrieb der Dampftraktion geschuldet.

Gruß
Gerald

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12

Mittwoch, 15. März 2017, 15:31

BW Saalfeld

Hallo Gerald,

ich war ja selbst Lokführer beim Bw Saalfeld, Einsatzstelle Göschwitz und kenne das alles noch aus eigenem Erleben. Als Lokführer bin ich dann aber nur noch auf der Diesellok gefahren, da waren die letzten 41er schon weg. Was die Berufszüge anbelangt stimmt das absolut. Der von Dir benannte Zug hatte die Paarung 6014/5033. Daher stimmt der Laufweg Camburg-Saalfeld dafür nicht. Der Zug führ von Göschwitz nach Weimar als 6014, um die Zeissjaner ins Umland zu bringen, die Frühschicht hatten. Da hingen 2 Stück 4-Teilige Doppelstockeinheiten dran, manchmal sogar noch zwei Bghwe-Wagen. Und damit ging es die enorme Steilrampe nach Großschwabhausen hoch, wohlgemerkt ohne Schwung zu haben, denn Anfahren war in Jena-West. Die ersten ca. 1200m dieses Abschnittes waren/sind sogar etwas steiler als üblich, nur ein paar Promille, aber immerhin. Da es sich nur um einen reichlichen Kilometer handelt, wurde auf Steilstreckenvorschrift verzichtet.

Wenn eine 01.5 so einen Zug am Haken hatte, bebte das Mühltal! Da war ein unvergessliches Erlebnis, an sich noch besser als die Güterzüge mit den 44ern. Rückwärts führ der Zug dann als 5033 bis Saalfeld. Daher auch die Zugnummern: Die Saalbahn-Personenzüge hatten die 5000er Nummern, die Weimar-Gera-Bahn Züge die 6000er. Die Zugnummer richtete sich nach dem längsten Laufweg der jeweiligen Strecke. Ich habe diese Leistung später selbst des Öfteren mit dem U-Boot gefahren und auch für diese Maschine war es eine besondere Anstrengung, man fuhr bis kurz vor Großschwabhausen in der Fahrstufe 12 (bei Planloks war die Fahrstufe 13 "verplombt" :D :D :D )
Beste Grüße Holger Danz
IG Spur 1 Mitteldeutschland

Zu meinem Avatar: Mein "Tigerkind" beim Kinderfest - im Hintergrund ihr Papi :-)

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